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Nwz-Serie Sorgen und Nöte von Patienten erkennen

Andreas Niemann

Barßel - Zuhören, Gesellschaft leisten, vielleicht trösten oder sich miteinander freuen – die Mitglieder des Krankenhausbesuchsdienstes der Kirchengemeinde St. Ansgar in Barßel unterstützen Patienten im Krankenhaus aus ihrer Gemeinde auf vielfältige Weise. Seit Anfang 2011 gibt es den Dienst – „mit gutem Erfolg“, wie sich Ludger Becker, Pfarrer in St. Ansgar, freut.

Gemeindecaritasreferentin Regina Bunger war es, die die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer auf ihre neue Aufgabe vorbereitet hat. Denn bis zum ersten Krankenbesuch sollten viele organisatorische Dinge vorbereitet und auch ein umfangreiches Fortbildungsprogramm absolviert werden. Dabei ließ sich das Team im St.-Marienhospital Friesoythe und im dort angeschlossenen Seniorenheim St. Elisabethhaus das Leistungsspektrum der Einrichtungen erläutern und konnte Einblicke in die Arbeitsabläufe und den Krankenhausalltag aus Sicht des Pflegepersonals gewinnen.

Zeit für Gespräche

Auch im „Umgang mit Demenzkranken“ ließen sie sich schulen, lernten die Arbeit des „Hospizhuus“ in Leer kennen und besuchten bei dem Krankenhausseelsorger an der Ammerlandklinik in Westerstede, Pfarrer Ullrich Ostermann, eine Weiterbildung zum Thema „Das helfende Gespräch“. So gut vorbereitet machen sich nun jeweils zwei Besuchsdienstmitarbeiter auf den Weg in die Krankenhäuser nach Friesoythe oder Westerstede und zu den Kurzzeitpflegeeinrichtungen in Friesoythe und Barßel.

Im Gepäck haben sie viel Zeit für ein gutes Gespräch, ein offenes Ohr für die Sorgen der Patienten und einen persönlichen Gruß von Pfarrer Ludger Becker. Beate Hogeback und Ursula Weyland waren von Anfang an von der Idee, einen Besuchsdienst zu gründen, überzeugt. „Ein Stück des Weges mit den anderen zu gehen, ist mir wichtig“, sagt Beate Hogeback. „Ob jung oder alt, ob Menschen mit einer ernsten Erkrankung oder vielleicht mit einem schönen Erlebnis wie eine Entbindung, ob Patienten mit viel Besuch oder welche, die allein auf sich gestellt sind – alle Gemeindemitglieder werden besucht.“

Großer Zusammenhalt

Beate Hogeback hat einen besonderen Zugang zu ihrem neuen Dienst. Seit vielen Jahren betreut sie an Demenz Erkrankte und kennt aus dieser Aufgabe die Sorgen und Nöte von Patienten und Angehörigen nur zu gut. Auch Ursula Weyland bringt jahrelange Erfahrung in ihre neue ehrenamtliche Tätigkeit ein. Mehr als zwölf Jahre arbeitet sie im Seniorenbesuchsdienst und engagiert sich in der Hospizarbeit.

„Wir sind eine schöne Gruppe und haben ein gutes Miteinander“, lobt Ursula Weyland den Zusammenhalt der Mitglieder, eine Voraussetzung, die für diesen Dienst wichtig ist. Krankenhausaufenthalte haben auch manchmal mit viel Leid zu tun, das die Besucher ganz nah an sich heranlassen müssen. Der Austausch untereinander ist bei aller gebotenen Schweigepflicht dann ein wichtiges Ventil, denn eins soll es bleiben: ein ehrenamtlicher Dienst, der Freude macht.

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