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Freiwilligenarbeit Sozialer Einsatz im tropischen Klima

Phiesewarden - Allzu viel hat Marike Otto über den fernen Ort, der für ein Jahr ihr Zuhause sein soll, noch nicht in Erfahrung bringen können. Eigentlich weiß sie nur, dass es sich dabei um eine Kleinstadt namens Tapah im Westen Malaysias handelt. Dort absolviert die Abiturientin ein Freiwilliges Soziales Jahr. Nächste Woche tritt die Phiesewarderin die weite Reise nach Südostasien an.

Warum ausgerechnet Malaysia und nicht Dänemark oder England? „Ich möchte gerne etwas Ausgefallenes machen“, sagt die 18-Jährige, „außerdem finde ich es spannend, eine richtig fremde Kultur kennenzulernen.“ Und dann ist da auch noch das Wetter: Tropenklima bei durchgängig 32 Grad ist schon verlockend für ein norddeutsches Küstenkind.

Marike Otto ging noch in die elfte Klasse, als sie den Beschluss fasste, mit 18 ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland abzuleisten. Daran war ihr Bruder Silas nicht unschuldig. Der hatte ihr von seiner Zeit als FSJler in Thailand vorgeschwärmt und damit bei seiner Schwester die Begeisterung geweckt, etwas ähnliches zu unternehmen. Wie er bewarb sich Marike Otto bei der Jugendaustauschorganisation AFS. Deren Ursprünge reichen bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges zurück. Damals schlossen sich freiwillige Sanitätshelfer dem „American Field Service“ (AFS) an, um Verwundete von den Schlachtfeldern zu retten. Heute vermittelt und betreut ASF internationale Schüleraustausch- und Freiwilligendienstprogramme.

Fünf Länderwünsche

Nach ihrer erfolgreichen Online-Bewerbung bekam Marike Otto vom AFS-Regionalbüro Hamburg eine Einladung zu einem Auswahlwochenende, das im Oktober vergangenen Jahres in Rotenburg stattfand. Dabei konnte sie eine Wunschliste mit fünf Ländern angeben, in denen sie am liebsten ihr FSJ verbringen möchte. Ganz oben stand Panama – und ganz unten: Malaysia.

Als etwa einen Monat später die Zusage eintraf, freute sich die Phiesewarderin natürlich. Aber dass sie für Malaysia ausgewählt wurde, war „im ersten Augenblick ein bisschen enttäuschend“. Dieses Gefühl ist längst verflogen: „Jetzt bin ich richtig glücklich, dass es so gekommen ist“, sagt die 18-Jährige voller Vorfreude auf den großen Trip. Das hängt auch mit der Aufgabe zusammen, die in Tapah auf sie wartet.

In dem Ort südlich der Stadt Ipoh soll die Phiesewarderin in einem Projekt der Hilfsorganisation Persatuan Kemajuan Wanita Masyarakat India mitarbeiten. Diese Einrichtung unterstützt und betreut Kinder und alleinerziehende Mütter im ländlichen Bereich. Dazu gehören soziale und kulturelle Aktivitäten, aber auch Bildungsangebote. Marike Otto soll unter anderem den Kindern dabei helfen, die englische Sprache zu lernen. Darüber hinaus sind verschiedene Unternehmungen mit den Müttern geplant – zum Beispiel Kochkurse.

In der Einrichtung in Tapah, die einem deutschen Frauenhaus ähnelt, wird Marike Otto auch wohnen. Ihr zur Seite steht eine AFS-Betreuerin, an die sie sich mit Fragen wenden kann.

Da soziales Engagement und die Arbeit mit Kindern ihr liegen, freut sich Marike Otto riesig auf die Tätigkeit in Tapah. Sie hat sich schon viele Jahre im Nordenhamer Kinderschutzbund ehrenamtlich eingesetzt. „Das passt super“, sagt die Phiesewarderin. Genau diese Verbindung, „etwas Gutes zu tun“ und dabei die weite Welt zu erkunden, macht für sie den Reiz des Abenteuers in Malaysia aus. Sie hat sich vorgenommen, möglichst viele Regionen des südostasiatischen Landes zu bereisen, soweit es die Zeit zulässt.

Am Freitagabend nächster Woche steigt Marike Otto in Bremen in ein Flugzeug, das sie nach Amsterdam bringt. Von dort geht es dann weiter nach Kuala Lumpur. Etwa 13 Stunden dauert die Flugreise bis zu der malaysischen Hauptstadt.

Flugangst überwinden

All die unbekannten Dinge, exotischen Tiere und großen Herausforderungen in Malaysia bereiten Marike Otto keine Sorgen. Ein Problem gibt es doch: „Ich habe fürchterliche Flugangst“, sagt sie, „aber irgendwie werde ich das überstehen.“

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)
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