Oldenburg - Spenden sammeln ist das eine. Was man mit dem Geld anfängt, das ist der zweite Schritt. Am Herbartgymnasium hatte man eine gute Idee: Am Sonnabend luden Schüler, unterstützt vom DKMS-Stützpunkt Oldenburg, zu einer Typisierungsaktion ein. 103 potenzielle Stammzellenspender wurden registriert.
11000 Euro hatten Schüler bei einem Sponsorenlauf gesammelt. 5000 Euro davon gingen an den Oldenburger DKMS-Stützpunkt im Pius-Hospital. Mit dem Rest sollten bis zu 120 Typisierungen, die jeweils 50 Euro Laborkosten nach sich ziehen, finanziert werden. Was nun davon übrig geblieben ist, kommt dem DKMS-Projekt „Leben Spenden macht Schule“ zugute. Um die Umsetzung kümmerten sich die Schüler. 15 von ihnen waren am Sonnabend im Einsatz. Sie ließen Formulare ausfüllen, erklärten den Ablauf und betrieben eine Caféteria, mit der weitere Geldspenden gesammelt wurden.
„Das haben die alles allein gemacht“, sagte Lehrerin und Koordinatorin Julia Tausendpfund. Lob bekamen die Helfer vom Schulleiter. „Ich finde es großartig, dass Schüler hier am Wochenende freiwillig einen halben Tag helfen“, sagte Günter Tillmann.
Anders als vor zwei Jahren, als die Schule bei einer DKMS-Aktion 89 Menschen per Blutprobe typisierte, war diesmal kein medizinisches Personal vonnöten. Mit Wattestäbchen, die an der Mundschleimhaut entlanggeführt werden, konnten die Schüler selbst alle Schritte zur Registrierung durchführen.
Oft saßen ihnen Mitschüler gegenüber. Die Themen Leukämie und Knochenmarkspenderdatei waren zuletzt im Unterricht behandelt worden. Zudem hatte Heinrich Schrand, Leiter des Oldenburger DKMS-Stützpunktes, gemeinsam mit Spendern einen Vortrag gehalten. „Es schadet mir ja nicht“, sagte Marleen Beszczynski aus dem 12. Jahrgang. „Und man muss sich nur mal vorstellen, dass man eine Freundin mit Leukämie hat, da würde man ja auch Spenden wollen.“
Doch nicht nur Schüler griffen zum Wattestäbchen. Hans-Jürgen Wolbeck hatte sich von seiner Tochter, der Freundin einer Herbart-Schülerin, animieren lassen. „Ich bin Blutspender und habe einen Organspende-Ausweis – da ist das nur konsequent.“
Schulen, die ähnliche Aktionen planen, hilft Julia Tausenpfund gern mit Tipps zur Organisation weiter. Kontakt per Mail an tp@herbartgymnasium.de. Wer sich typisieren lassen möchte, kann sich beim DKMS-Stützpunkt im Pius-Hospital melden unter Tel. 229-13 41 (AB/Sprechstunde nach Absprache).
