Bockhorn - Ewald Spiekermann, für die UWG im Kreistag und im Schulausschuss, äußerte am Donnerstag scharfe Kritik in Bezug auf Kreistags-Entscheidungen zur Einrichtung von Integrierten Gesamtschulen (IGS) im südlichen Friesland (die NWZ berichtete). Er ist äußerst besorgt über die Zukunft der Oberschule Bockhorn. „Die Würfel sind gefallen, Zetel bekommt eine IGS und Varel soll eine erhalten. Damit gerät die Schullandschaft völlig durcheinander.“

Die Kreisverwaltung habe einen Schulentwicklungsplan aufgestellt immer mit der Prämisse, eine IGS in Zetel oder in Varel einzurichten. Auf der jüngsten Kreistagssitzung, so Spiekermann, wurde ein Antrag, die Entscheidung aufzuschieben, abgelehnt, obwohl das sinnvoll gewesen wäre, da im Dezember ein neuer Erlass des Niedersächsischen Kultusministeriums zum Thema Ganztagsschulen erwartet wird. Überdies will die Rot-Grüne Landesregierung die Umwandlung von Haupt-, Real- und Oberschulen in integrierte Gesamtschulen vereinfachen. Diese Entscheidung hätte man abwarten sollen.

Spiekermann weiter: „Die jetzt von der Mehrheitsgruppe SPD/Grüne beschlossene IGS in Zetel und später vielleicht in Varel kann das Aus für die Oberschulen in Bockhorn und Obenstrohe bedeuten. Das ist verantwortungslos.“ Spiekermann zitierte aus einer Mitteilung der Landesschulbehörde vom 31. Oktober: „Der mögliche Standort einer IGS in Zetel würde voraussichtlich die Oberschule Bockhorn in besonderer Weise tangieren; die Qualitätsentwicklung die Angebotsstruktur der Profilbildungen in den Abschlussjahrgängen berühren.“ Das würde dann auch für Obenstrohe gelten, wenn eine IGS Varel komme, fügte Spiekermann hinzu.

Der Kommunalpolitiker kritisierte das Verhalten der beiden Bockhorner SPD-Kreistagsabgeordneten Rainer Brunken und Diedrich Loers, die für zwei IGS-Standorte gestimmt hätten. Er selbst habe gegen den Beschluss votiert, „weil eine sinnvolle Verschiebung des Beschlusses abgelehnt worden ist.“