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    mitsprache Spielräume für Kinderträume

Stephan Onnen

Oldenburg - „Kinder an die Macht“ forderte einst Herbert Grönemeyer. Dieser Vorstellung ein bisschen näher kommt die Stadt Oldenburg mit ihrem im Juni 2013 eingerichteten Kinder- und Jugendbüro. „Das ist für uns ein Riesen-Schritt“, sagt Klaus Kieckbusch, Stadtjugendpfleger und Fachdienstleiter Jugend und Gemeinwesenarbeit. Das Büro im „Haus der Jugend“ (Alexanderstraße 65) versteht sich als zentrale Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche und will deren frühzeitige Einbindung in Planungsprozesse sicherstellen. Für Kieckbusch ergibt sich daraus, dass Stadtplanung und Jugendarbeit an einem Strang ziehen.

Vorbild Donnerschwee

Die Initialzündung habe das in den Jahren 2009 und 2010 als Modellvorhaben umgesetzte und mit dem „City for Children Award“ ausgezeichnete Beteiligungsprojekt „Donnerschwee wird freizeitfit“ gegeben. Daran knüpft das mit den beiden Sozialpädagoginnen Britta Unfried (31) und Sabine Herrmann (56) besetzte Kinder- und Jugendbüro mit stark projektorientierter Arbeit an. Beide haben jeweils eine Halbtagsstelle – ihre Aufgabe ist auf zwei Jahre befristet. An Ideen mangelt es nicht: Ein Beteiligungsprojekt für einen Spielplatz an der Dr.-Virchow-Straße wurde bereits umgesetzt, die Planung für die Schulhofumgestaltung an der Oberschule Alexanderstraße mit Schülerhilfe angeschoben. Generell strebt das Kinder- und Jugendbüro eine Ideen-Realisierung innerhalb weniger Monate an: „Wir machen Ruckzuck-Projekte“, nennt Kieckbusch das. Schließlich sollen Initiatoren nicht dem Nutzeralter entwachsen.

Kinder und Jugendliche haben nach der UN-Kinderrechtskonvention ein Recht, sich an sie betreffenden Planungen zu beteiligen. Dieses Bewusstsein wird das Kinder- und Jugendbüro jetzt durch Workshops schärfen, die Unfried und Herrmann in Kooperation mit allen Freizeitstätten anbieten wollen.

Bis Ende Februar entscheidet sich, ob das eigentlich erst für 2015 angedachte Projekt „Kinderstadt“ schon in diesem Jahr stattfindet. „Wir würden es gerne vorziehen“, sagt Britta Unfried. Geplant sei, dass 80 bis 100 Kinder im Alter von 8 bis 13 Jahren in den Sommerferien in die Rollen von Erwachsenen schlüpfen, morgens zur Arbeit gehen, Geld „verdienen“ und Entscheidungen treffen. „Die ,Kinderstadt’ will dazu anregen, dass junge Menschen ihre Positionen in die gesellschaftliche Debatten einbringen und auch künftig das Gemeinwesen aktiv mitgestalten“, sagt Klaus Kieckbusch.

Neues Migrationsprojekt

 Ein Hauptaugenmerk legt das Jugendamt darauf, auch Jugendliche mit Migrationshintergrund über die Ausbildung von Jugendleitern für Beteiligungsprozesse zu gewinnen. Dieser Aufgabe widmet sich Frank Harloff, der seit November das Team im Kinder- und Jugendbüro ergänzt. Seine 36-Stunden-Stelle wird durch das vom Bund für drei Jahre geförderte Projekt „Amiko“ finanziert.

Denn Grönemeyers Forderung „Gebt den Kindern das Kommando“ gilt für alle jungen Oldenburger.

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