[SPITZMARKE]LASTRUP - LASTRUP/PL - Sie kochen zusammen, und regelmäßig wird gemeinsam gebastelt: Auch wenn die Kinder der Tagesbildungsstätte des Caritas-vereins, die am Lastruper Schulzentrum untergebracht sind, zum Beispiel nicht die Bohrmaschine bedienen dürfen, erleben sie dort ein gutes Stück gesellschaftlicher Integration. Diese Fazit haben Anne-Kathrin Oltmanns und Kurt Küpker gezogen. Die Leiterin der Tagesbildungsstätte des Caritas-Vereins mit dem Hauptsitz in Altenoythe überzeugte sich gestern mit dem Rektor der Realschule von dem Miteinander der Schüler auf dem Schulhof und in speziellen Unterrichtsangeboten.
Seit fast zwei Jahren werden zehn Mädchen und Jungen zwischen 13 und 15 Jahren mit „Förderbedarf in der geistigen Entwicklung“ in Lastrup am Schulzentrum unterrichtet. Sie verfügen über einen eigenen Klassenraum und können Funktionsräume der Grund-, Haupt- und Realschule mitnutzen. In den Pausen spielen sie gemeinsam auf dem Schulhof, auch wenn Küpker festgestellt hat, dass sich die Tagesbildungsstätten-Kinder lieber auf dem Hof der Grundschule aufhalten, der mit vielen Spielgeräten ausgestattet ist: „Da ist einfach mehr Action.“
Ungeachtet dessen habe sich aber ein sehr harmonisches Miteinander entwickelt. Das bestätige, dass es gut sei, mit der gesellschaftlichen Integration von Behinderten früh anzufangen. „Die Schule bietet sich dafür an“, sagt Küpker. Die „Kinder von nebenan“ bekämen ein Gefühl der Anerkennung, und der gemeinsame Unterricht motiviere. Das helfe diesen Mädchen und Jungen auch bei der Selbsteinschätzung, bestätigt Oltmanns.
Der gemeinsame Unterricht im Kochen und Basteln ist freiwillig. Das es funktioniert, haben Oltmanns und Küpker gesehen: Der kleine Lukas aus der sechsten Hauptschulklasse half Florian in der Kochgruppe beim Gurkenschneiden und mit Maic und der Caritas-Erzieherin Doreen Büntemeyer mixten sie das Dressing für den Salat.
Das Funktionieren des Miteinanders hängt natürlich nicht zuletzt von den Lehrern ab. Doris Schild und Karl-Heinz Paul haben dabei in Lastrup sozusagen Pionierarbeit geleistet. Dass das zum nächsten Schuljahr fortgesetzt und weiterentwickelt wird – davon sind Küpker und Oltmanns überzeugt: Dann wird nämlich der Neubau der Tagesbildungsstätte bezogen, und knapp 30 Mädchen und Jungen werden dann in Lastrup beschult.
