[SPITZMARKE]NEERSTEDT - NEERSTEDT/USU - Immer wieder viel Stress, Ärger und blaue Flecken – das Fußballspielen in den Pausen auf dem benachbarten Neerstedter Sportplatz sorgt häufig für Verdruss. Jetzt hat das Lehrerkollegium der Grundschule Neerstedt genug von den Fouls und setzt ab sofort auf „Fairplay“ durch den Pausen-Fußballpass. Nur die Dritt- und Viertklässler, die den grünen Ausweis besitzen, dürfen ab sofort noch auf dem Sportplatz kicken.
„Wir wollen etwas ändern“, stellte Schulleiter Ufke Janssen gestern in der Aula klar, dass die bisherigen Querschläger auf dem Sportplatz in den beiden älteren Jahrgängen nicht mehr akzeptiert würden. Zusammen mit Konrektorin Melanie Borchert verteilte er 58 grüne laminierte Pässe, alle mit Bild, den Regeln und von den Kindern unterschrieben.
In schöner Regelmäßigkeit gebe es bisher langwierige Diskussionen, wenn auf dem Fußballplatz getreten, gespuckt, gedroht oder beleidigt würde, berichtete Janssen. Zumeist sei nachher nicht mehr herauszufinden, was genau passiert sei. Der Fußballplatz für die dritten und vierten Klassen ist rund 100 Meter von dem Schulhof entfernt, somit der aufsichtsführende Lehrer auch nicht direkt vor Ort.
Janssen erzählte den Schülerinnen und Schülern, was ab sofort beim Kicken gilt: Wer sich nicht zu benehmen weiß, dem wird in Zukunft der Pass entzogen, und zwar zunächst für eine Woche. Das gelte auch für diejenigen, die zurücktreten, beleidigen oder spucken. „Passiert das mehrmals, wird der Pass für das ganze Schuljahr eingezogen“, so Janssen.
„Ihr müsst lernen, ohne Gewalt und Beleidigungen umzugehen“, mahnte er vernünftige Konfliktlösungsstrategien an. Dass es dem Kollegium ernst ist, daran ließ Janssen keinen Zweifel. „Es gibt keine Ermahnungen mehr, sondern Konsequenzen.“
Lehrerin Ingrid Schmidt warb energisch dafür, dass sich die Kinder davon lösen, immer klassenweise gegeneinander zu spielen. „Ihr müsst euch vernünftig einteilen“, appellierte sie an die Schüler. Extra wählen, Mütze oder Bänder verteilen – damit könnten die Klassenteams aufgelöst werden. Als ersten Schiedsrichter stellte sie Frederik Nageler aus der vierten Klasse vor. „Was er sagt, das gilt. Der will euch nicht ärgern“, betonte Schmidt.
Auch Melanie Borchert hatte deutliche Worte parat: „Ihr müsst auf die Karte sehr gut achten. Das ist eure Verantwortung.“ Ohne Karte sei künftig kein Fußballspielen mehr erlaubt, und das werde auch kontrolliert.
