[SPITZMARKE][SPITZMARKE][SPITZMARKE]HORUMERSIEL - HORUMERSIEL/KH - Mit der historischen und kulturhistorischen Bedeutung von Wurten, Deichen und Sielen für den Küstenschutz beschäftigen sich Grundschüler im Projekt „Nordseemarschen (er-)fahren“. Das Regionale Umweltzentrum (RUZ) Schortens betreut das Projekt in Kooperation mit Grundschulen in der Region Ost-Friesland. Das Projekt wird durch die europäische Gemeinschaftsinitiative „Leader +" gefördert.

Seit zwei Tagen arbeitet die RUZ-Mitarbeiterin und Umweltpädagogin Maike Dhem mit den elf Kindern der vierten Klasse der Grundschule in Horumersiel an diesem Projekt. Dabei geht es darum, die Schüler mit der Region, deren Landschaftsgeschichte, den landwirtschaftlichen Einflüssen und der Ökologie vertraut zu machen. Ein Ziel des Projekts ist es, kulturelle und regionale Identität bei den Kindern zu prägen.

Die Kinder formen aus Holzmehl und Tapetenkleister eine Marschenlandschaft mit den typischen Deichen, Wurten und Häusern der Marschenbewohner. Mit Legosteinen werden Siele nachgebaut und deren Funktionsweise untersucht. Versuche werden nicht mit Spezialapparaturen, sondern mit Einmachgläsern und Blumentöpfen ausgeführt.

In der Grundschule in Horumersiel und in den anderen Grundschulen der Region wurde dieses Thema schon immer im Unterricht aufgegriffen, geben doch die Richtlinien entsprechende Lernziele vor. Aber mit dieser experimentellen Form wird Neuland betreten.

Bei den Kinder fördert das eine besondere Motivation, denn sie bringen sich in den Lernprozess sehr intensiv ein. So verwendeten sie bei der Überflutung eines Marschgebietes ein blaues Tuch, das langsam immer mehr Land überdeckte. Dabei kam ihnen die Idee der Erhöhung des Landes. Der Wurtenbau war neu erfunden.

Das Projekt befindet sich noch in der Erprobungsphase. Die im Regionalen Umweltzentrum entwickelten Unterrichtsmaterialien werden mit den beteiligten Schülern und Lehrern weiterentwickelt.