„Standort Neerstedt droht nicht das Aus“ über die Reaktion des SPD-Landtagsabgeordneten Axel Brammer auf Kritik des FDP-MdL Christian Dürr (NWZ  vom 23. Dezember 2014) beim Thema Sprachheilschule:

Sehr geehrter Herr Brammer, Sie behaupten, dass es nicht richtig sei, „dass dem Förderstandort Neerstedt mit dem rot-grünen Schulgesetz das Aus drohe.“ Sie sind der Meinung, „die Sprachheilschule Neerstedt in direkter Nachbarschaft zur Grundschule [habe] die besten Voraussetzungen, auch zukünftig Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache zu bleiben.“

Es stimmt zwar, dass die Ministerin Heiligenstadt Sprachheilklassen an Grundschulen vage in Aussicht gestellt hatte, in den aktuellen Planungen heißt es aber von Seiten der Pressestelle in einer Stellungnahme Ihrer Partei ausdrücklich „an Grundschulen, an denen derzeit sog. Sprachheilklassen geführt werden, kann ein Profil Sprachförderung auf Grundlage eines pädagogischen inklusiven Konzepts ausgebildet werden.“ Voraussetzung dafür sei aber, „dass alle Schülerinnen und Schüler unabhängig davon, ob ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung vorliegt oder nicht, gemeinsam unterrichtet werden.“ Von Sprachheilklasse mit ihren Gelingensbedingungen für die Förderung von Kindern mit dem Förderbedarf Sprache ist keine Rede mehr. Unter diesen Voraussetzungen droht der Sprachheilschule Neerstedt sehr wohl das Aus und zwar innerhalb von zwei Jahren.

Der Landesregierung fehlen die Ressourcen, um das inklusive Schulsystem auch nur mit der minimalen Grundversorgung flächendeckend auszustatten. Aus diesem Grund sollen die Sprachheilklassen, die nach Meinung Ihrer Partei „Ressourcen binden“, geopfert werden, obwohl sie in hohem Maße präventive Arbeit leisten! !

Annegret Kurth Wildeshausen