STADLAND - In der Rodenkircher Hauptschule fiel der Unterricht gänzlich aus. Dort beträgt der Anteil der auf den Bus angewiesenen Fahrschüler über 60 Prozent.

von Rolf Bultmann

STADLAND - Die plötzliche extreme Straßenglätte, die gestern Morgen ab 7 Uhr einsetzte, bescherte fast der Hälfte der rund 900 Schüler in den fünf Schulen in der Gemeinde Stadland einen unterrichtsfreien Tag. Weil die Schulbusse aus Sicherheitsgründen ihre Fahrten einstellten, fiel der Unterricht in der Rodenkircher Martin-Niemöller-Hauptschule mangels ausreichend Schüler sogar gänzlich aus.

Fast zwei Drittel der 230 Schüler der Martin-Niemöller-Schule sind, weil sie außerhalb von Rodenkirchen wohnen, auf die Schulbusse angewiesen. Bei Unterrichtsbeginn hätten in den meisten Klassen nur einige wenige Schüler, in einer Klasse sogar nur ein Schüler gesessen. Ein Unterricht sei somit gar nicht möglich gewesen, begründete der stellvertretende Schulleiter Jürgen Janssen die Entscheidung, auch die Rodenkircher Kinder wieder nach Hause zu schicken.

In der ebenfalls im Rodenkircher Schulzentrum beheimateten Realschule konnten gestern fast 50 Prozent der rund 250 Schüler nicht am Unterricht teilnehmen. Der fand zwar statt, aber nach Auskunft von Konrektor Wolfgang Trautmann wurde kein neuer Lehrstoff vermittelt, damit die fehlenden Schüler nichts verpassen. Recht erstaunt war Wolfgang Trautmann darüber, dass einige Eltern ihre Kinder trotz des Glatteises mit dem Auto zur Schule brachten. weil die Busse nicht fuhren.

Auch in der Grundschule Schwei mussten fast alle „Fahrschüler“, die knapp die Hälfte der rund 100 Schüler ausmachen, dem Unterricht fernbleiben, berichtete Schulleiter Hans Meinen. Sein Seefelder Amtskollege Rainer Borchers bezifferte den Anteil der fehlenden Schüler mit 25 Prozent (von 90). Vom gestrigen Glatteis am geringsten betroffen war die Grundschule Rodenkirchen (230 Schüler). Lediglich die Kinder aus Kleinensiel konnte nicht gefahren werden.

Die Einstellung des Schulbusverkehrs in Stadland war jedoch nicht vom Landkreis Wesermarsch, dem Träger der Schülerbeförderung, sondern von den Busunternehmen entschieden worden. Weil die Welt um 6.30 Uhr noch in Ordnung gewesen sei, hatten sich die Busse zwar auf den Weg gemacht, jedoch um 7 Uhr meldeten sich die ersten Fahrer bei ihrer Zentrale, dass sie wegen des plötzlichen enormen Glatteises nicht mehr weiter fahren könnten.

Weil offensichtlich auch die Streudienste von dieser Situation überrascht wurden und auf sich warten ließen, wurden die Busse schließlich in ihre Depots zurückbeordert. Dass die Busfahrer streiken, mit denen einige Schüler im Elternhaus ihre frühzeitige Rückkehr begründeten, erwies sich als Falschmeldung. Die Sicherheit der Kinder und der Fahrer habe absoluten Vorrang gehabt, so ein Mitarbeiter eines Busunternehmens.