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Neue Heimat Stadt an Autobahn gesucht

Wildeshausen - „Die Deutschen lieben Stempel, überall muss ein Stempel drauf“, sagt Claire Smith und schmunzelt. Bevor sie als Englischlehrerin an den Berufsbildenden Schulen in Wildeshausen begann, habe sie einen Anruf von der Schulbehörde in Osnabrück erhalten mit dem Hinweis, dass sie keinen Nachweis darüber habe, dass sie die englische Sprache beherrsche. Die 37-Jährige ist Amerikanerin und hat Politikwissenschaft sowie Germanistik studiert und promoviert. „Da musste ich doch tatsächlich noch eine Prüfung in Englisch ablegen.“

Lehrerin an BBS

Seit anderthalb Jahren unterrichtet Smith an der BBS Englisch. Sie möchte dort gern bleiben und künftig vielleicht auch noch Politik unterrichten. „Die Schule hat mich beeindruckt, sie hat ein engagiertes Kollegium.“

Claire Smith ist mit ihrer Familie in Wildeshausen heimisch geworden. „Als wir 2007 nach Wildeshausen gezogen sind, wussten wir noch nichts über das Gildefest. „Wir haben eine Stadt direkt an der Autobahn und in der Nähe von Oldenburg gesucht“, erzählt sie. „Mein Mann arbeitet als Lehrer in Bremen, ich war damals in Vechta, Damme und Cloppenburg tätig.“ Claire Smith und Matthias Schütte wohnen inzwischen im Eigenheim, ihre beiden drei und sechs Jahre alten Kinder wurden in Wildeshausen geboren. „Mein Mann, der aus Bad Zwischenahn stammt, ist selbstverständlich Gildemitglied.“

Stipendium in Oldenburg

Kennengelernt hatte sich das Paar einst an der Universität. „Im Rahmen meiner Doktorarbeit über Parteienfinanzierung in Deutschland und den USA bekam ich ein Stipendium an der Uni in Oldenburg“, schaut Smith zurück. „Matthias studierte dort damals Lehramt.“ Nach dem einen Jahr ging Claire Smith zurück in die USA und schloss ihre Promotion ab.

Doch so einfach nach Deutschland zurückkehren konnte sie nicht. „Das geht nur, wenn du einen Arbeitsplatz hast“, erläutert Smith. Doch sie musste feststellen, dass die Stellen an Hochschulen in Deutschland knapp sind. Eigentlich wollte Claire Smith Professorin in den USA werden, doch die Liebe zu ihrem Freund war stärker. So heirateten die beiden vor zehn Jahren. Zwei Jahre arbeitete sie als Lehrbeauftragte für amerikanische Politik an der Uni Oldenburg, jahrelang unterrichtete sie Business-Englisch.

Gerade hat Dr. Claire Smith ein wissenschaftliches Buch veröffentlicht. „Weil ich schon vor meiner Heirat publiziert hatte, habe ich meinen Namen behalten.“ Ihr neues Werk „Convenience Voting and Technologie“ beleuchtet das Wahlverhalten von Amerikanern im Ausland.

„Die Wahlbeteiligung der geschätzt vier Millionen Amerikaner im Ausland ist gering“, so Smith. Das liege einerseits am umständlichen Wahlverfahren, andererseits an der mangelnden Ansprache dieser US-Bürger von Seiten des Staates. „Ein Verfahren mit Hilfe von Computern könnte ein Anreiz sein, sich an den Präsidentschaftswahlen zu beteiligen“, so Smith. Ihr Buch wird sie dieses Jahr auf zwei wissenschaftlichen Kongressen in den USA vorstellen.

Gern hätte Claire Smith im Vorjahr auch an der Bürgermeisterwahl in Wildeshausen teilgenommen. Doch als Amerikanerin ist sie nicht wahlberechtigt. „Ich möchte gerne Deutsche werden“, sagt sie. Ihre US-Staatsbürgerschaft will sie aber auch behalten. Eine doppelte Staatsbürgerschaft gibt es für sie nicht. „Wenn ich einen deutschen Pass nehme, muss ich meinen amerikanischen abgeben“, so Smith. Ihre Kinder hingegen haben beide Staatsbürgerschaften und wachsen zweisprachig auf. „Mein Mann spricht Deutsch mit ihnen, ich Englisch. Für die Kinder ist es kein Problem, ständig zwischen beiden Sprachen zu wechseln.“

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg
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