Oldenburg - Zum nächsten Schuljahr soll die Grundschule Babenend Ganztagsgrundschule werden, zum Schuljahr 2015/2016 auch die Grundschule Kreyenbrück. Da es für die ebenfalls interessierten Grundschulen Bümmerstede, Etzhorn, Heiligengeisttor und die Katholische Grundschule Harlingerstraße noch keine Zusagen gab, hat die Verwaltung auf Wunsch der Politik im Schulausschuss am Dienstag einen möglichen Zeitplan vorgelegt.
„Vorbehaltlich der Verfügbarkeit der Mittel und der Entscheidung des Rates über den Haushalt 2015“ seien das folgende Termine, so die Stadt: Zum Schuljahr 2016/2017 könnten Bümmerstede und Heiligengeisttor ausgebaut werden. Das ergebe sich anhand der Kriterien (Wirtschaftlichkeit, Pädagogisches Konzept, Sozialräumlicher Bedarf und Versorgungsquoten). Zum Schuljahr 2017/2018 könne die Katholische Grundschule Harlinger-straße zur Ganztagsschule ausgebaut werden.
In Etzhorn stehe die Investitionssumme „in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum Bedarf“, findet die Stadt. Die Verwaltung werde daher „weitere Gespräche mit der Schulleitung führen, um zu einem zufriedenstellenden Ergebnis für das Schuljahr 2018/2019 zu kommen“.
Eine jetzige Festlegung bedeute eine Abkehr vom Rahmenkonzept, da bis Mai 2014 weitere Interessenbekundungen für das jeweils übernächste Schuljahr abgegeben werden können, über die dann gesammelt zu entscheiden sei und nicht nach Auftragseingang, so die Stadt. Zurzeit lägen aber keine neuen Interessenbekundungen vor.
Angesichts der hohen Investitionen in den Bau der BBS III, den Krippenausbau, den Ausbau von IGS und Ganztagsgrundschulen sowie der Kosten für die Inklusion steige im Haushaltsentwurf 2014 die Nettoneuverschuldung enorm an, argumentiert die Verwaltung. Um „die Genehmigungsfähigkeit des Haushaltes nicht zu gefährden“, hätten die vier betroffenen Grundschulen im Haushaltsentwurf 2014 und der Finanzplanung 2015-2017 bisher nicht berücksichtigt werden können.
Gesine Multhaupt von der SPD sagte, die Grundschulen hätten „zähneknirschend“ aufgenommen, dass sie nicht schneller zum Zuge kommen sollen. Vor allem im Fall von Etzhorn gebe es auch bei der Politik erhebliche Zweifel. Auch CDU und Grüne riefen noch einmal zu Kompromisslösungen auf. Sascha Weiß, Schulvorstandsmitglied der Grundschule Heiligengeisttor, fragte nach einer Zwischenlösung, quasi einer „Ganztagsschule-light“, zum Beispiel mit Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung.
Jugendamtsleiter Dr. Frank Lammerding sagte, soweit die Schulen sich – etwa beim Essen – selbst hülfen, sei das in Ordnung, Zuschüsse könne die Stadt dazu aber nicht geben.
Sozialdezernentin Dagmar Sachse sagte, mehr als zwei bis drei Schulen im Jahr könnten nicht umgewandelt werden. Insofern ziehe sich der Prozess noch viele Jahre hin.
