Westerstede - „Wo ist den unsere Marktfrau? Jetzt können wir sie gar nicht begrüßen.“ Erstaunt schauen sich die 15 Mädchen und Jungen der Kinderkrippe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zwischen den Bauten des Freilichttheaters um, als sie mit ihren Erzieherinnen den Westersteder Marktplatz betreten. Seit Mai erkunden die Kinder im Alter von ein bis drei Jahren zusammen mit den Mitarbeiterinnen der Westersteder Einrichtung auf regelmäßige Spaziergänge ihre Heimat unter dem Motto „Unsere Stadt heißt Westerstede“.
„Wir möchten den Kindern ihre Stadt vorstellen und so ein bisschen ihre Selbstständigkeit fördern“, erläutert die Leiterin der DRK-Kinderkrippe, Kerstin Wienholtz, ihr Konzept. „Bis jetzt haben wir schon das Rathaus, die St. Petri-Kirche, den Marktplatz, das Altenheim und die Bücherei besucht.“ „Aber ganz wichtig ist jedes Mal der Besuch bei der Marktfrau auf dem Marktplatz“, fügt Ramona Hoffmann, Erzieherin in der DRK- Kinderkrippe, hinzu. Die Idee zu den Erkundungstouren kam den Erzieherinnen nach eigenen Angaben bei Ausflügen in den Hössenwald. „Als wir durch die Stadt gegangen sind, haben wir erst gemerkt, wie wissbegierig die Kinder sind und wie viel sie von ihrer Umwelt schon wahrnehmen“, so die Krippenleiterin.
Zusammen mit den Kindern haben die Erzieherinnen daher zunächst einen Stadtplan von Westerstede gestaltet. „Von jedem Kind gibt es bei uns ein Foto, das es zu Hause vor seiner Haustür zeigt. So wollen wir besonders den räumlichen Bezug zwischen dem Kind und seiner Umwelt herstellen“, beschreibt Erzieherin Saskia Haders die Projektarbeiten in der Krippe. Auch hätten alle zusammen bereits ein Memory mit lokalen Motiven gebastelt und ein Lied eingeübt, mit dem sie jeden neuen Spaziergang beginnen.
Besonders beliebt seien auf den Erkundungstouren bei den Kindern die Orte, an denen es sich ausgelassen Spielen lasse, so Wienholtz. Das Wasserspiel in der Fußgängerzone und das Waldwesen auf der Thalenweide üben dabei besondere Reize auf die Kinder aus.
Bis zu den Sommerferien wollen die Krippenkinder ihre Heimatstadt noch erkunden. Den Abschluss soll ein Besuch im Turmcafé bilden.
„Dann können wir uns von oben ansehen, wo wir überall waren“, freuen sie sich schon auf diesen besonderen Spaziergang.
