Bockhorn - „Welche Auswirkungen haben die Beschlüsse zur Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule auf Bockhorn?“ Um diese Frage zu beantworten, war Kreisamtsrat Stefan Thöle Donnerstagabend in den Schul-, Jugend-, Kultur-, Sport- und Marktausschuss gekommen. Im Bockhorner Rathaus führte Thöle aus: „Die IGS wird Schüler aus Bockhorn abziehen, aber nicht so, dass der Standort gefährdet ist.“ Die Oberschule Bockhorn „macht einen prima Job, der Kreis hat hier viel Geld investiert und das ist gut angelegt. In Kooperation mit der Grundschule wird im nächsten Jahr die Mensa für Ganztagsschüler ausgebaut. Wir sind auf einem guten Wege, Bockhorn halten zu können.“

Aufgrund schwindender Kinderzahlen geht Thöle aber davon aus, die Oberschule „mittelfristig zweizügig zu führen“, also mit zwei Klassen pro Jahrgang. Eine Kooperation mit der Oberschule Obenstrohe mache Sinn. Eine IGS in Varel sieht er zur Zeit nicht, ausreichendes Elterninteresse sei nicht gegeben. Es stehen aber Änderungen im Niedersächsischen Schulgesetz an. Thöle: „Ich bin gespannt, was da auf uns zukommt. Aber auch dann ist der Standort Bockhorn nicht gefährdet.“

Der Rektor der Oberschule Bockhorn, Jörg Behrens, führte in der von Matthias Ihmels (SPD) geleiteten Sitzung aus: „Die Diskussionen in den Medien haben für viel Wirbel gesorgt, aber das hat gezeigt, wie wichtig die Schule in Bockhorn ist – zu Recht. Es ist an der Zeit, den Blick auf Bockhorn zu lenken. Wir als Schule glauben an die Verlässlichkeit der Aussagen der Verwaltung und politischen Gremien im Kreis. Wir sehen optimistisch in die Zukunft, unser pädagogisches Konzept bietet eine gute Perspektive, entscheidend ist unser sehr engagiertes Kollegium. Für Kooperationen sind wir offen.“

Für die CDU rechnete Christel Bartelmei vor, dass nach Abzug von Gymnasiasten, Schülern in Nachbargemeinden und denen auf der IGS in Schortens und künftig in Zetel sowie bei der Gründung eine weiteren IGS in Varel langfristig nur noch zehn bis zwanzig Schüler pro Jahrgang auf fünf Oberschulen im Kreis verteilt werden könnten. Bartelmei: „Das heißt, sämtliche Oberschulen sind gefährdet.“ Sie betonte: „Wir Bockhorner wollen keine Nebenstelle sein oder nur Ausweichräume zur Verfügung stellen, wir wollen unsere eigenständige Oberschule behalten.“ Christian Bergfeld (SPD) warnte davor, Bockhorner Eltern zu verunsichern: „Eine Oberschule bietet für bestimmte Schüler auch Vorteile.“

Beim Thema Investitionshaushalt gab Bürgermeister Andreas Meinen auf Frage von Heinke Sieckmann (CDU) bekannt, dass im Zuge des Neubaus einer Feuerwehrfahrzeughalle in Bockhorn die Gemeindebücherei „weggenommen werden soll“, der Bungalow also abgerissen wird. Meinen: „Wir sind bei der Vorplanung, es gibt erste Vorstellungen für den Umzug der Bücher, wir wägen Alternativen ab.“