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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Berufseinstieg: Start nach Studium oft mit Zeitvertrag

07.12.2013

Berlin Eigentlich haben sie alles richtig gemacht: Guter Abschluss, Auslandserfahrung, Engagement. Doch glaubt man dem Klischee der „Generation Praktikum“, hangeln sich viele junge Akademiker trotzdem nur von einem unterbezahlten Praktikum zum anderen. Mittlerweile aber – so lassen Erhebungen vermuten – passt dieses Etikett nicht mehr so ganz.

Dennoch hängt die Generation in der Warteschleife: Jeder dritte junge Akademiker bekommt nur einen Zeitvertrag.

Die meisten Praktikanten geben ihrem Arbeitgeber in Umfragen gute Noten. Fast immer gibt es Geld, wie aus einer neuen Erhebung unter Nutzern der Jobbörse Absolventa hervorgeht. Unbezahlte Praktika sind demnach die Ausnahme. Vor allem in Branchen wie Pharma und IT werden Hospitanzen meistens vergütet. 82 Prozent der Praktikanten sind zufrieden mit ihrer Hospitanz, immerhin 43 Prozent auch mit dem Gehalt.

Die viel propagierte „Generation Praktikum“ habe es in Wahrheit auch nie gegeben, sagt der Absolventenforscher Karl-Heinz Minks vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung. Im ganzen naturwissenschaftlich-technischen Bereich hätten Praktika nie eine Rolle gespielt. Kettenpraktika habe es nur in wenigen Wirtschaftssparten gegeben.

Beim Deutschen Gewerkschaftsbund DGB ist ein anderer Eindruck entstanden. Noch immer würden qualifizierte Hochschulabsolventen und junge Menschen mit Berufsausbildung als Praktikanten ausgebeutet, erklärte DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller kürzlich.

Einen Job bekommen nach dem Praktikum die wenigsten von ihrem Arbeitgeber angeboten. In der Absolventa-Umfrage gaben nicht einmal zehn Prozent an, nachher im Praktikumsunternehmen fest angestellt worden zu sein. Die meisten blieben nur privat mit ihren Kollegen in Kontakt, jeder vierte überhaupt nicht.

Mehr Transparenz in puncto Jobaussichten nach dem Praktikum wünscht sich auch die EU-Kommission. Sie hat in dieser Woche einen Qualitätsrahmen für Praktika vorstellen, der sicherstellen soll, dass junge Leute nicht ausgebeutet werden.

Mehr denn je gehen Praktikum und befristete Beschäftigung Hand in Hand. 29 Prozent der jungen Akademiker werden erstmal nur auf Zeit eingestellt, ergab die Studie. Noch viel höher sind die Quoten im staatlichen Dienst, etwas besser in der Wirtschaft. Von einer „Generation Zeitarbeit“ wollen Arbeitgeber trotzdem nicht sprechen. Eine befristete Stelle sei ein guter Einstieg, sagte der damalige Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt im Sommer. Aber: Gerade einmal jeder zweite wird nach einem befristeten Job auf Dauer übernommen.

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