Schierbrok - Darauf hat sich Karin Rohde jeden Tag aufs Neue gefreut, mehr als 20 Jahre lang: „Wenn ich hier in Schierbrok auf den Schulhof kam und von allen Seiten ein freundliches ,Guten Morgen, Frau Rohde’ hörte“. Auf dieses Vergnügen muss die 64-Jährige ab sofort verzichten: Schüler, Lehrer und Eltern sowie Vertreter von Gemeinde und Schulbehörde verabschiedeten die langjährige Leiterin der Grundschule Schierbrok am Freitag mit feierlichen Reden, fröhlichen Liedern und stehenden Ovationen in den Ruhestand.
„Es war ein erfülltes Berufsleben“, blickte Rohde bei der offiziellen Verabschiedung am frühen Nachmittag auf ihre Karriere zurück, die 1975 mit dem Referendariat an der Eschhofschule in Lemwerder begann und nun, mehr als 40 Jahre später, in Schierbrok endete.
Zahlreiche Weggefährten aus den vergangenen Jahren waren zugegen und verabschiedeten die verdiente Schulleiterin in den wohlverdienten Ruhestand. „Sie haben eine Ära geprägt“, sagte beispielsweise Karl-Heinz Book von der Landesschulbehörde und mit diesem Lob war er nicht allein. „Karin, du warst immer der Motor, du bist immer vorweg gegangen“, fasste auch Lehrerin Gundi Wallmeyer-Kolkmann die Zusammenarbeit mit Karin Rohde seit 1996 zusammen. Damals wechselte Rohde als Konrektorin an die Schierbroker Grundschule. Durch viele Höhen, aber auch Tiefen sei man zusammen gegangen, die Begeisterung für die Umweltbildung sei aber ein steter und konstanter Begleiter gewesen. „Du wirst auch mit 100 Jahren noch für deine Ideale und Ideen brennen“, war sich Wallmeyer-Kolkmann sicher.
Wie stark Karin Rohde aber nicht nur die Grundschule Schierbrok, sondern auch die gesamte Schullandschaft in der Gemeinde geprägt habe, betonte Bürgermeisterin Alice Gerken. „Du hast als erste eine Baumwurzel in den Schulhof legen lassen. Damit warst du die Vorreiterin zur Umgestaltung unserer Schulhöfe.“ Als Erinnerung gab es eine Duftrose vom Schulträger. „Auf dass der Geruch dich immer an deine Grundschule Schierbrok erinnert.“
Am Vormittag hatten alle Schüler und Lehrer der Grundschule ihrer scheidenden Leiterin bereits einen bewegenden Abschied bereitet: Die Kinder hatten ein mehr als halbstündiges Erzähl- und Musikstück einsstudiert, in dem sie auf mitreißende Weise schilderten, „wie Eddi und Karin Freunde wurden“. Die Geschichte vom Bären Eddi, der von Menschen aus seinem Wald vertrieben wird und in der Schule am Trendelbuscher Weg eine neue Heimat findet, war als Allegorie auf die stark von Naturschutz und Nachhaltigkeit geprägte Pädagogik von Karin Rohde zu verstehen. Und die wusste, was sie zurücklässt: „eine ganz, ganz starke Gemeinschaft“.
