Nürnberg - Lange Zeit waren die Arbeitsmarktchancen für Sozialarbeiter und -pädagogen eher durchschnittlich. Doch aufgrund der Flüchtlingskrise ändert sich das stark. Zu den Top Ten der am meisten gesuchten Berufe gehörten im Januar solche aus der Kategorie Soziales und Erziehung. Darauf weist Paul Ebsen von der Bundesarbeitsagentur hin. „Sozialarbeiter und -pädagogen zählen wir inzwischen als Engpassberuf.“ Das bedeutet, dass es mehr offene Stellen als Bewerber gibt und Arbeitgeber zunehmend Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen.

So gab es im Januar im Bereich Erziehung und soziale Berufe 23 000 offene Stellen – ein Plus von 32,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Schaut man sich die in der Statistik als Experten geführten Fachkräfte an, ist der Anstieg noch stärker. Dazu zählen etwa Sozialpädagogen, erläutert Ebsen. Bei ihnen gab es einen Anstieg der zu besetzenden Stellen um 51,3 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. In absoluten Zahlen wurden etwa 29 300 offene Stellen in der Zeit gemeldet. Derzeit noch unbesetzt waren im Januar rund 7720 Stellen – dem stehen 6731 arbeitslose Experten gegenüber. Rein rechnerisch kommt danach auf jeden arbeitslosen Sozialpädagogen mehr als eine Stelle.