STEINHAUSEN - Die intensive Vorbereitung hat sich gelohnt: Am kommenden Wochenende wird eine sehenswerte Ausstellung zur Schul-Geschichte in Steinhausen präsentiert. Organisatoren sind der Bürgerverein des Dorfes mit dem Vorsitzenden Dr. Wilfried Heiber und Werner Kleinschmidt sowie die Lehrerschaft mit Elke Rüter an der Spitze. Am Sonnabend und Sonntag, jeweils von 14 bis 18 Uhr, ist die Ausstellung in der Schule in Steinhausen zu sehen.

Das sich die Sache lohnt, ist allein daran zu sehen, dass die Schul-Geschichte in Steinhausen bereits im Jahr 1649 beginnt, der Standort ist damit einer der ältesten im friesischen Raum.

Die Organisatoren sind sich sicher: „Es ist ein sehr ergiebiges Thema, es wird die Menschen ansprechen. Viele Generationen aus Steinhausen, Petersgroden, Ellenserdammersiel oder Kranenkamp sind hier zur Schule gegangen.“

Werner Kleinschmidt wird eine Unterrichtsstunde wie in alten Zeiten geben, Dia- und Filmvorführungen werden gezeigt und es wird eine Gesprächsrunde mit ehemaligen Schülern abgehalten. Die heutige vierte Klasse wird ein Theaterstück auf Plattdeutsch aufführen, und die Eltern mit ihrem Förderverein laden zu selbstgebackenem Kuchen in eine Cafeteria ein.

Umfassendes Material konnte für die Ausstellung gesichtet werden. Immerhin, so Elke Rüter, gibt es Unterlagen über 750 „Grüne-Wald-Konferenzen“, in denen Lehrer aus der ganzen Umgebung zusammenkamen und Unterrichtsentwürfe diskutierten. Erinnert wird an die „Schwecke-Fiebel“ eines Steinhauser Lehrers, die ein halbes Jahrhundert lang im Unterricht Verwendung fand. Zwei Lehrer-Nachlässe konnten ausgewertet werden, und Anschauungsmaterial kommt aus dem Schulmuseum Bohlenbergerfeld.

Anekdoten werden eine Rolle spielen. Kleinschmidt: „Steinhausen ist einer der wenigen Orte, wo Unterricht im Dorfkrug stattfand, als die alte Schule zu klein wurde und die neue erst gebaut werden musste. Der Lehrer bestimmte damals die Pause danach, wann der Hund Rex den Gemeinnützigen zum Lesen hereinbrachte.“

Die Bedingungen waren aber nicht nur idyllisch, wie Heiber hinzufügte. Es gab Klassen mit bis zu 120 Schülern. Die Lehrer wurden schlecht entlohnt, in den Ferien mussten sie als Erntehelfer oder auf den Küstenseglern ihr Zubrot verdienen. Trotzdem verstanden sie es immer wieder, den Lernbetrieb aufrecht zu erhalten: „Schon damals“, unterstrich Elke Rüter, „war alles am Kind orientiert. Das ist bis heute so geblieben.“

Wer will, kann bei seinem Ausstellungsbesuch auch noch weiteres Erinnerungsmaterial mitbringen.