STEINKIMMEN/BRETTORF - Mit einem Wunsch verabschiedete sich Ursula von der Leyen im Jugendhof Steinkimmen von den Teilnehmern: „Ich wünsche euch, dass ihr eure zweite Chance nutzt“, gab die Bundesfamilienministerin den Jugendlichen mit auf den Weg, die am Programm „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ teilnehmen.
Im Jugendhof und im Europazentrum Nordwest in Brettorf haben das in den vergangenen drei Jahren 78 Jugendliche getan. Sie alle hatten den Schulbesuch verweigert. Sie alle sind in Kontakt mit der „Koordinierungsstelle 2. Chance“ gekommen. Und fast alle (95 Prozent) derjenigen, die das Programm beendet haben, haben den Weg zurück in die Schule gefunden. Mittlerweile sind alle 20 Haupt-, Real- und Förderschulen im Landkreis über Kooperationsverträge eingebunden.
Gute Vernetzung
Beeindruckende Zahlen, die Ursula Biehler, Leiterin der Koordinierungsstelle, dem Gast vortragen konnte. Der war aber noch mehr angetan von der guten Zusammenarbeit im Landkreis: „Wir haben gute Institutionen in Deutschland – Kindergärten, Schulen, Jugendamt und Gesundheitswesen. Das Hauptproblem ist häufig aber die Vernetzung untereinander.“ Wichtig sei eine „gemeinsame Sprache“ aller Beteiligten und die Überwindung „struktureller Trennungen“. Dies gelinge im Landkreis offensichtlich gut. „Wir müssen den Jugendlichen Hilfe aus einer Hand anbieten.“
Vertrauen wichtig
Diese Eindrücke bestätigten der Ministerin auch ehemalige und aktuelle Teilnehmer des Programms sowie die Mutter von Christina, die durch das Programm den Weg zurück in die Schule geschafft habe. Für sie waren anfangs „die vielen Wege, die man gehen muss, bis man bei der 2. Chance gelandet ist“ das größte Problem. Für ihre Tochter sei die Vertrauensbasis das wichtigste gewesen.
Auch CDU-Bundestagskandidatin Astrid Grotelüschen, die die Ministerin begleitete, betonte die Wichtigkeit einer zweiten Chance: „Wir dürfen die Jugendlichen nicht alleine am Wegesrand stehen lassen. Wir müssen alles dafür tun, dass sie optimistisch weitergehen können.“
Landrat äußert Wunsch
Einen Wunsch gab auch Landrat Frank Eger der Bundesfamilienministerin mit auf den Weg: „Ich wünsche uns, dass uns bei verschiedenen Programmen mehr Freiheiten gelassen werden. Manchmal werden uns recht enge Grenzen gesetzt.“ Auch gebe es viele gute Programme, die oft aber nicht ins Netzwerk vor Ort passen würden.
