Wildeshausen - Rolf Hilchner (57) ist das, was man einen vermögenden Menschen nennt. Der Unternehmer ist Eigentümer des Software-Unternehmens Ashampoo mit Kunden in aller Welt, weitere Firmen handeln mit Luxus-Autos, Flugzeugen, Immobilien. „Es geht mir gut“, sagt er. Aber eben auch: „Eigentum verpflichtet“.

Im kommenden Monat bezieht er seine neue Villa am Spascher Sand. Die nebenan gelegene Privatschule hat ihn schon beim ersten Besuch begeistert. Da müsste es doch eigentlich Stipendien geben, die Kindern von weniger betuchten Eltern das Lernen dort ermöglichen, dachte sich Hilchner. Und weil es so etwas bisher noch nicht gab, entschied der Unternehmer: „Dann mache ich das eben.“

Von der fünften Klasse bis zum Abitur will er zwei Kindern das Schulgeld bezahlen. Außerdem ist noch ein drittes Stipendium vorgesehen – für einen Jugendlichen, der ab Klasse elf bis zum Abi an der Integrierten Gesamtschule lernen will. Eine Fachjury wählt aus den Bewerbern aus. Neben den Info-Tagen (siehe Kasten) wird auch beim Tag der offenen Tür der Schule am 17. Mai über die Stipendien informiert.

Normalerweise kostet der Schulbesuch von Klasse fünf bis zum Abi zwischen 35 000 und 65 000 Euro, je nach Elterneinkommen, sagt Hilchner nebenbei. „Wenn man älter wird und wohlhabend ist, dann fragt man sich, was macht man mit Geld“, erzählt der Unternehmer. Für ihn ist es keine Geldausgabe, sondern eine Herzensangelegenheit. Jungen Menschen eine Chance ermöglichen, gleichzeitig die Idee der Privatschule Spascher Sand weiter voranbringen, das ist die Motivation des Vaters dreier erwachsener Töchter. Und: Auch seine Lebensgefährtin Petra Sechting, die sich um das Marketing der Schule kümmert, hat ihn bestärkt.

Ein wenig einzahlen auf das Firmenimage darf das soziale Engagement dann aber auch. Deshalb werden die Stipendien jeweils von seinen Firmen Ashampoo, cleverreach und Deutschland Digital vergeben.

Mit Geld allein ist es für den Überzeugungstäter Hilchner aber nicht getan. „Ich würde mir wünschen, dass Firmen oder wohlhabende Privatpersonen meiner Idee folgen“, sagt er. Und fügt lächelnd hinzu. „Mein Beispiel darf gern Schule machen.“

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland