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Grundschulen „Tür nicht voreilig zuschlagen“

Rolf Bultmann

STOLLHAMM - Schulrechtlich sei vieles möglich. Es müsse daher eine Antwort auf die Frage gefunden werden, wie Schülerbewegungen so gelenkt werden können, dass beide Schulstandorte erhalten bleiben, machte Peter Bräth deutlich. Der Ministerialrat im Niedersächsischen Kultusministerium gab für die Lösung des Problems der sinkenden Schülerzahlen keine Empfehlung, jedoch zeigte er die rechtlichen Möglichkeiten für die Zukunftsgestaltung des Grundschulbereiches in Butjadingen auf.

Während der von Uta Meiners moderierten Informations- und Diskussionsveranstaltung des Fördervereins „Kinder unserer Stollhammer Schulen“ am Mittwochabend mit rund 80 Teilnehmern im ehemaligen Huus an Siel in Stollhamm sorgte Peter Bräth mit seinen Ausführungen für eine Versachlichung der Debatten um die Erhalten der beiden Grundschulen in Burhave und Stollhamm.

Problem erst ab 2014

Aufgrund der vorliegenden Geburtenzahlen trete das Problem, dass die Grundschule Stollhamm ohne entsprechende Maßnahmen gefährdet sei, weil die Schülerzahl pro Klasse dauerhaft unter acht sinke, erst ab dem Schuljahr 2014/2015 ein. Entscheidend seien bei den Betrachtungen nicht einzelne Jahre, sondern ein längerer Zeitraum, so der Ministerialrat.

Björn Thümler, Vorsitzender der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag, riet, die Tür nicht voreilig zuzuschlagen, denn sei eine Schule erst einmal geschlossen, werde es wohl kaum eine Wiedereröffnung geben. So lange die Rahmenbedingungen es hergäben, sollten die Schulstandorte erhalten werden. Wenn dabei die Eltern mitgenommen und der fachliche Rat eingeholt werde, dürfte eine kluge Lösung herauskommen, die vielleicht sogar beispielhaft für den Landkreis Wesermarsch sei, sagte Thümler.

Er wies auf die Verantwortung des Gemeinderates hin, der um eine Entscheidung nicht herumkomme. Die stehe aber auch in anderen Kommunen an. So habe bereits die Stadt Nordenham die Grundschule Esenshamm aufgrund der gesunkenen Schülerzahlen zu einer Außenstelle der Grundschule Abbehausen gemacht, während die Gemeinde Stadland den Beschluss gefasst habe, alle drei Grundschulen in Rodenkirchen, Schwei und Seefeld zu erhalten, so lange es geht.

Ina Korter, schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, sieht in den demografischen Wandel eine Herausforderung, die neue, nicht einfache Lösung erfordere, und eine Chance auch für reformpädagogische Maßnahmen. So gebe es im Land bereits gute Beispiele für Kombinationsklassen in Grundschulen oder für einen jahrgangsübergreifenden Unterricht, von dem alle Schüler profitieren würden.

Keine Patentrezepte

Für die Probleme sinkender Schülerzahlen gebe es keine Patentrezepte. Entscheidungen müssten jedoch transparent und mit den Eltern abgestimmt sein, so Korter. Ein weitere Möglichkeit der Erhaltung von Schulen sei die Steigerung deren Attraktivität beispielsweise als Ganztagsschule. Dafür seien aber gerade im ländlichen Bereich engagierte Bürger erforderlich, die ihre Kompetenz in der Schule mit einbringen, um entsprechende Nachmittagsangebote vorhalten zu können.

Pastor Joachim Tönjes erinnerte daran, dass der jetzt von der Gemeinde eingesetzte Arbeitskreis erst aufgrund des Protestes der Stollhammer nach Bekanntwerden der Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung, die eine Schließung der Stollhammer Schule beinhaltete, gebildet worden sei. Der benötige, um überhaupt planen zu können, zwingend eine Grundsatzentscheidung des Rates, forderte der Stollhammer Seelsorger.

wolle nach seinem Kenntnisstand die Grundschule Stollhamm schließen, machte Bernd Bultmann (CDU-Fraktion) deutlich. Aber es solle auch keinen Zwang auf die Eltern ausgeübt werden, welche Grundschule ihr Kind besuchen soll. Ein Bekenntnis zum Erhalt beider Grundschulstandorte, so lange es denn möglich sei, unter Berücksichtigung des Elternwillens legten auch Reina Höfers, Matthias Schmitz (beide CDU), Christian Bergmann, Peter Beyer, Eveline Wagner (alle SPD), Helga Gubba, Helmut Stolle und Hajo Meiners (alle FDP) sowie Heinz Friele (Grüne) ab.

der Schuleinzugsgrenzen und die Bildung einer Grundschule Butjadingen mit zwei gleichberechtigten Standorten in Burhave und Stollhamm unter einer Leitung und mit einem am anderen Schulstandort unterrichtenden Konrektor, darauf laufe es wohl hinaus, stellte FDP-Fraktionschef Lutz Timmermann fest.

der auf Beschluss des Gemeinderates aus 23 Vertretern des Rates, der Verwaltung, der Schulen, der Fördervereine und der Elternräte auch der Kindergärten gebildet wird, um eine Beschlussempfehlung für die künftige Grundschulstruktur in Butjadingen zu erarbeiten, wird voraussichtlich erstmalig am 28. Oktober tagen, gab Bürgermeister Rolf Blumenberg bekannt. Den weiteren Weg und auch, wessen Hilfe und Rat er in Anspruch nehmen möchte, entscheide der Arbeitskreis.

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