Betrifft:
Gewerkschafter: „Wir sind die falsche Adresse“ (NWZ vom 30. Juni)Mal wieder glaubt eine Gewerkschaft, nicht genug vom angeblich so großen Kuchen abzubekommen. Sie befürchtet ein „unglaubliches Lohndumping“ Dafür nimmt sie dann „Ärger mit Eltern und Lehrern“ in Kauf und boykottiert die Bemühungen um verbesserte Lernbedingungen für Schulkinder, die immerhin seit zirka einem Jahr in Blechcontainern untergebracht sind, unter anderem weil die Fortführung des Neubaues durch Streik verhindert wird.Welchen Einfluss, so frage ich den zitierten Gewerkschaftler Wolfgang Jägers, haben wohl Gansper Grundschulkinder, Lehrer/Schulleitung, ja sogar die Gemeindeverwaltung (als Bauträger) auf Arbeitgeberverbände? Was können diese Personen, die die einzigen vom Streik Betroffenen sind, denn tatsächlich in Ihrem Sinne bewirken? Richtig: gar nichts, weil nämlich die Entscheidungen ganz woanders und ohne jedwede Mitwirkung der genannten Personengruppen getroffen werden.
Und damit ist die Aktion in Ganspe aus meiner Sicht, mit Verlaub, ohne Sinn und Verstand. Das Einzige, was Sie damit bewirken, ist daran mitzuarbeiten, dass das Bildungsniveau länger als notwendig auf einem unzumutbaren Stand bleibt (Stichwort PISA-Studie) und dass Sie die Betroffenen und ihr Umfeld (Schüler, Eltern, Lehrer u.a.) gegen sich aufbringen, zumindest von Ihnen Verständnislosigkeit ernten.
Wie wollen Sie den Kindern erklären, dass der Egoismus (für sich mehr Geld zu verlangen) und die Rücksichtslosigkeit (gegenüber Mitbürgern) von Erwachsenen wichtiger seien als eine akzeptable Lernumgebung für Kinder? Wieso müssen Streitigkeiten zwischen Erwachsenen mal wieder zu Lasten von Kindern ausgetragen werden?
Als Hohn empfinde ich die Aussage, dass die Gewerkschaft „die falsche Adresse“ sei. Sie haben doch beschlossen zu streiken, Sie haben die Streikorte ausgesucht.
Ulrich Schweitzer27804 Berne
