Oldenburg - Gewalt und Mobbing sind nach wie vor große Probleme an Schulen. Beim 8. Streitschlichterforum in der Carl-von-Ossietzky-Universität setzten sich rund 350 Streitschlichter aus Grund- und weiterführenden Schulen der Stadt und der weiteren Umgebung mit diesem Problem auseinander.
Der Präventionsrat Oldenburg, das Oldenburger Fortbildungszentrum der Universität (OFZ) und die Polizeidirektion Oldenburg haben das Forum organisiert. Die Landesstelle Jugendschutz beteiligte sich ebenfalls daran.
„Diese Arbeit ist wichtig für die Sicherheit in den Schulen“, sagte Polizeipräsident Johann Kühme. „Denn die Schule ist ein Ort, an dem es immer wieder zu Konflikten kommt.“ Die Zahl der registrierten Straftaten an den hiesigen Schulen sei in den vergangenen fünf Jahren von mehr als 2000 auf 1200 in 2013 zurückgegangen, die Zahl der Körperverletzungen darunter in diesem Zeitraum von 500 auf 300. Das sei auch ein Verdienst der Streitschlichter, sagte Polizeipräsident Kühme.
„Neben Gewaltprävention beschäftigen sich die Schüler mit den Gefahren des Mobbings im Internet“, sagte Ulrike Heinrichs, die Leiterin des OFZ. In 16 Workshops konnten sich die Schüler informieren, zwei konnten sie am Donnerstag besuchen. So gab es Workshops zum Thema Beleidigungen, sicheres Auftreten und darüber, was es bedeutet, Vertrauensschüler zu sein. In der Pause spielte The GEOrg, die Rock- und Soulband des Gymnasiums Eversten, aktuelle und ältere Hits.
„Wichtig ist uns, dass die Schüler sich untereinander über ihre Erfahrungen austauschen“, sagte Eckhard Wache, der Vorsitzende des Präventionsrats. Von Gleichaltrigen würden Ratschläge besser angenommen werden als von Erwachsenen, ergänzte Kühme.
Die 14-jährige Celine aus Westerstede und der gleichaltrige Jannis aus Lemwerder sind noch in der Ausbildung zum Streitschlichter. „Ich mache das, weil ich gerne Leuten helfen will“, sagte Celine. „Bei mir in der Klasse gab es oft Streitigkeiten. Dagegen wollte ich etwas unternehmen“, erklärte Jannis, warum er die Ausbildung angefangen hat.
