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Jade Hochschule „Studienangebot wird neu organisiert“

Elsfleth - „Es war ein spannendes Jahr“, sagt Professor Dr. Ralf Wandelt. Ende 2014 wurde er zum Nachfolger von Professor Dr. Klaus-Jürgen Windeck als Dekan des Fachbereichs Seefahrt der Jade Hochschule in Elsfleth gewählt. Am 1. März 2015 trat Wandelt offiziell die Nachfolge an. Für die NWZ zieht der Dekan nach einem Jahr Bilanz.

Die Schifffahrtskrise sei für den Fachbereich auch eine Ausbildungskrise gewesen, sagt er. Deshalb sei das Studium neu organisiert worden. „Wir bilden nicht mehr so viele Nautiker aus und kompensieren die Plätze durch andere Studiengänge“, erklärt Wandelt. Es wurden mehr Studenten in den Bereichen Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft und internationales Logistikmanagement angenommen.

Studiengang entwickeln

Zu den wichtigsten Zielen gehörte, den Studiengang Nautik zu einem zukunftsfähigen Studiengang weiterzuentwickeln. Zurzeit arbeite man an einem bilokalen, synchronisierten Nautikstudiengang mit der Hochschule Emden/Leer. Dieser würde im Kern auf dem STCW-Übereinkommen, das die Ausbildung von Seeleuten regelt, basieren. Elsflether Studenten könnten dann Module in Leer belegen, die in Elsfleth nicht angeboten werden – und umgekehrt. Ein reformierter und akkreditierter Studiengang Nautik könne vermutlich ab 2018 angeboten werden.

Der Studiengang werde Profile enthalten, die in Elsfleth bereits erfolgreich angewandt werden. Beispielsweise wurde das erste Praxissemester der Nautiker vom ersten ins zweite Semester verlegt. Dies verschaffe den Studenten den Vorteil, dass sie schon vor dem ersten Praxissemester Erfahrungen sammeln können.

Der Weiterbildungsstudiengang „International Maritime Management“, der via Internet studiert wird, wurde mit 163 Studierenden eingeführt. Der Studiengang soll über zwei Jahre erprobt werden. Als akkreditierter Studiengang könne er zum Wintersemester 2017/2018 angeboten werden. Lehrmaterial und ein Management-System wurden an der Hochschule entwickelt. „Das ist ein wichtiges – weil zukunftsträchtiges – Projekt. Damit erarbeiten wir uns eine Kompetenz in elek-tronischen Lehrmethoden“, sagt Wandelt. Durch den demographischen Wandel rechnet er mit einem steigenden Anteil bereits beruflich qualifizierter Studierender, die diese Weiterbildung anspricht.

Mit einem stärkeren Fokus auf Umweltschutz und Green Shipping rechnet der Dekan. Im August war das niedersächsische Kompetenzzentrum Green Shipping durch Wirtschaftsminister Olaf Lies und Gabriele Heinen-Kljajic, Ministerin für Wissenschaft und Kultur, in Elsfleth und Leer eröffnet worden. „In diesem Bereich wollen wir die Forschung steigern“, sagt Wandelt. Dazu laufe ein Drittmittelantrag, um einen wissenschaftlichen Mitarbeiter einzustellen und neue Forschungsprojekte anzugehen.

Eine Professur für Transportwirtschaft und Projektlogistik, die vor eineinhalb Jahren frei wurde, solle zum Wintersemester 2016/2017 neu besetzt werden. Die Stelle ist im Berufungsverfahren. „Das ist wichtig, weil wir in den wirtschaftlichen Studiengängen mehr Studierende aufnehmen“, sagt der Dekan. Als Teil eines niedersächsischen Fachhochschul-Entwicklungsprogramms habe der Fachbereich zugesagt, 23 zusätzliche Studierende in den Wirtschaftsstudiengängen aufzunehmen, für die eigentlich noch keine Lehrkapazitäten bestehen. „Dafür werden wir demnächst zwei zusätzliche Professuren ausschreiben“, sagt Wandelt.

„Vorsichtig optimistisch“

In die Zukunft blickt der Dekan „vorsichtig optimistisch“. Nach wie vor erhalte der Fachbereich viele Bewerbungen. Da die Hochschule jedoch angesichts der Schifffahrtskrise nicht garantieren könne, dass Absolventen eine Stelle auf einem Schiff erhalten, sei ein NC (Numerus Clausus) eingeführt worden.

Jedoch würden viele Absolventen inzwischen in Landpositionen vermittelt. „Zum Beispiel werden die Lotsen dazu übergehen, selbst auszubilden. So könnten unsere Absolventen direkt in die Lotsenausbildung gehen“, ist Wandelt überzeugt. Er hoffe mit einer verbesserten Konjunktur auf einen Sinneswandel der Reeder, die wieder mehr auf gut ausgebildetes Personal auf ihren Schiffen setzen sollten, sagt Wandelt. ć

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake
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