Hohenkirchen - Stühlerücken in Kindergarten, Grundschule und Oberschule Hohenkirchen: Nach den Vorstellungen von Gemeinderat und Verwaltung könnte dort mittelfristig ein Bildungszentrum entstehen, das sanfte Übergänge vom Kindergarten bis zum Schulabschluss ermöglicht.
„Wir sollten einmal ohne Schranken im Kopf über Lösungen nachdenken“, ließ Wangerlands Bürgermeister Harald Hinrichs, der selbst an der Schulausschuss-Sitzung nicht teilnehmen konnte, Peter Podein vom Ordnungsamt an Ausschussmitglieder und die zahlreichen Eltern und Lehrer appellieren. Denn ohne Kompromisse und Einschnitte wird es nicht gehen, so zeigte die Diskussion.
Kindergarten zu klein
Hintergrund der neuen Schulstruktur in Hohenkirchen ist die Einrichtung einer Krippengruppe, die im August den Betrieb aufnimmt: Der Kindergarten ist bereits jetzt zu klein, zudem entspricht das Gebäude auch nicht mehr den Erfordernissen. Und Anbau und Sanierung lohnen sich nach Angaben der Verwaltung nicht.
Der Kindergarten samt Krippe soll deshalb bis 2014 in die Grundschule mit einziehen – Platz ist in den Räumen des Spielkreises und des ehemaligen Schulkindergartens. Bereits im August soll die Krippe in der Grundschule den Betrieb aufnehmen, ein Jahr lang hat der Kindergarten dann zwei Standorte.
Innerhalb dieses Jahres sollen dann auch Klassenräume in der Oberschule saniert sein, in die dann 2014 Klassen der Grundschule einziehen. Ursprünglich war geplant, Grundschule und Oberschule bereits zum August 2013 komplett zusammenzulegen.
Doch das scheitert am Platzangebot in der Oberschule – dort müssen erst Räume hergerichtet werden – und am Schulgesetz: Danach darf der Landkreis als Träger der weiterführenden Schulen nicht die Trägerschaft einer Grundschule übernehmen.
Schulgesetz-Änderung
So wird es unter dem Dach der Oberschule künftig zwei Schulen geben, die aber nach den Vorstellungen der Gemeinde eng zusammenarbeiten sollen. Zudem beantragt die Gemeinde eine Änderung des Schulgesetzes.
Wie sich zeigte, stößt dieses Vorhaben weder bei Eltern noch bei den betroffenen Schulleitungen auf reine Gegenliebe: Die Eltern – insbesondere auch die, deren Kinder bisher die Grundschule Horumersiel besuchen – befürchten, dass ihre Kinder auf der Strecke bleiben. „Es sind viele Fragen offen und es gibt keinen Plan“, sagte etwa Jasmin Meiners aus Wiarden.
Berta Paasman, Leiterin der Oberschule, und Lehrerin Astrid Wenten vermissten den Gewinn für ihre Schule. Und sie vermissen ein übergreifendes Konzept: „Wir sprechen hier über Raumbedarf – wo bleibt die Pädagogik?“ fragte Wenten.
Zur Planung der Neustrukturierung der Hohenkirchener Schullandschaft hat die Gemeinde die Bildungsregion Friesland mit ins Boot geholt. Das Büro hat bereits auf Wangerooge beim Zusammenzug von Grund- und Inselschule Erfahrungen gesammelt. Zudem haben die Ratsmitglieder zugesagt, die Schuleltern-Gremien mit einzubeziehen.
