STUTTGART - Sind Arbeitnehmer nicht gerade im Urlaub, sollten sie in jedem Fall die Weihnachtsfeier im Betrieb besuchen, falls eine anberaumt wird. Denn wer lieber zu Hause bleibt, anstatt auf die Party zu gehen, macht sich schnell zum Außenseiter, erklärt die Karriereberaterin Carolin Lüdemann aus Stuttgart. Das signalisiere, dass jemand kein Interesse am Beisammensein mit den Mitarbeitern hat, sagt die Expertin, die auch Mitglied im Deutschen Knigge-Rat ist.
Bei der Weihnachtsfeier ist es normal, dass man nicht nur über die Arbeit redet. Zu persönlich sollten Mitarbeiter im Gespräch aber auch nicht werden, rät Agnes Jarosch vom Deutschen Knigge-Rat. So sei eine solche Feier nicht der richtige Ort, um sich etwa über familiäre Probleme zu unterhalten. „Das kann dem eigenen Image schaden.“ Besser sei es, bei unverfänglichen Small-Talk-Themen zu bleiben. „Weihnachten und Geschenke eignen sich da zum Beispiel.“ Denn dazu könne jeder etwas sagen, ohne dass es zu intim wird.
Tabu sei es auch, auf der Feier über Kollegen zu lästern, warnt Jarosch. Denn es wirke schäbig, andere hinter ihrem Rücken schlechtzumachen. Ebenso unpassend sei es, etwa das Essen oder den Wein zu kritisieren. Auch mit platten Witzen oder flotten Sprüchen halten Mitarbeiter sich besser zurück – sie können schnell peinlich sein.
Auf der Weihnachtsfeier ist der Umgangston oft lockerer im Büro. Duzen sich dann die Mitarbeiter gegenseitig, heißt das aber nicht, dass das künftig auch für die Arbeit gilt. Gerade dem Chef gegenüber ist hierbei Zurückhaltung gefragt. Ob das „Du“ am nächsten Tag noch Bestand hat, bestimme er allein, erläutert die Karriereberaterin Carolin Lüdemann. „Sollte dieser wieder zum „Sie“ zurückkehren, so lässt man diesen Sinneswandel unkommentiert“, erklärt Lüdemann
Und: Die Weihnachtsfeier ist kein Kostümfest. Um einen gewagten, neuen Dress zum ersten Mal zu zeigen, sei sie der falsche Anlass, rät Lüdemann. Wer mit den Kollegen auf die Kegelbahn gehe, mache im schwarzen Anzug keinen guten Eindruck. In einem schicken Lokal sind dagegen keine Jeans angesagt.
Viel Haut zu zeigen, sei bei der Weihnachtsfeier ebenfalls nicht angesagt: Wie sonst im Joballtag auch sollte der Grundsatz gelten: „Mehr Stoff bedeutet mehr Autorität.“
