Jever - Krähen sind schwarz. Dohlen Amseln und Stare aber auch. Sie alle leben auch im Schlosspark Jever. Aber nur die Krähen sind das ungeliebte Federvieh und sorgen in der Stadt für Unruhe, und das im doppelten Wortsinn. Ihre Hinterlassenschaften und ihr Geräuschpegel, vor allem beim Nestbau im Frühjahr, sorgen jedes Jahr für Unmut bei vielen Bürgern und für allerhand vergeblichen Aktionismus, die Rabenvögel aus der Stadt zu vertreiben.

Was es mit den Krähen auf sich hat, wie sie leben, wo sie Nahrung finden, wie und wo sie ihre Nester bauen und was es mit dem abendlichen Krähenflug auf sich hat, das haben am Dienstag Kinder der Klasse 3 der Grund­schule Harlinger Weg bei einer naturkundlichen Exkursion in den Schlosspark Jever zu ergründen versucht. Unter dem Titel „Ein Tag im Leben der Saatkrähe Mathilde“ hat sich die Klasse von Ulrich Schwerdt bei einem Gemeinschaftsprojekt der Mobilen Umweltbildung (Mobilum) und des Schlosses Jever auf den Weg in die Welt der Krähen gemacht.

„Wir wollen zeigen, was für tolle Vögel die Saatkrähen sind und welch wichtige Rolle sie in unserer Natur spielen“, sagen Petra Walentowitz und Susanne Ekhoff von Mobilum und Schlosspark-Gärtner Thomas Werner.

Mobilum hat sich mit diesem Projekt vorgenommen, die krächzenden schwarzen Vögel den Kindern näher zu bringen. „Wir wollen kleine Sympathieträger für die Krähen in die Welt entlassen“, so Susanne Ekhoff. Die Kindern lernen, wie groß und wie schwer Saatkrähen sind – schwarze Holzstäbe simulieren dabei die Flügelspannweite, kleine Stoffsäckchen ihr Gewicht – sammelten Stöckchen und Zweige für den Nestbau und stocherten mit schnabelförmigen Hölzern im Boden nach Futter. Sie schauen sich die Federn an und lernen, die Saatkrähe von anderen heimischen schwarzen Vögeln zu unterscheiden. Es gehe vor allem darum, nachzuempfinden, wie es sich anfühlt, als Saatkrähe im Schlosspark zu leben, sagt Walentowitz. Dass es dabei nicht immer leise zugeht, liege in der Natur der Sache: sozial lebende Wesen kommunizieren miteinander, jeder verständigt sich dabei in seiner ihm eigenen Sprache.

Oliver Braun
Oliver Braun Redaktion Jever