Rodenkirchen - Schulleiter Jürgen Janssen hatte sich zur Feier des Tages extra einen großen Salatteller bestellt. Den gibt es in der Mensa der Oberschule Rodenkirchen jetzt zweimal in der Woche – dank der neuen Salatbar.
Am Mittwochmittag wurde das fahrbare Schmuckstück in Anwesenheit der Sponsoren, die diese Anschaffung möglich gemacht hatten, offiziell in Betrieb genommen. 4200 Euro hatte ihre Anschaffung gekostet, und der Förderverein der Oberschule musste sich mächtig ins Zeug legen, um das Geld zusammenzubekommen.
Die Salatbar steht einerseits für sich selbst – längst nicht jede Schulmensa hat eine –, andererseits ist sie aber auch ein Symbol für das gesunde, frische und leckere Essen, das Traute Renken und ihre Kollegin Martina Joachimsthaler täglich zu einem erstaunlich günstigen Preis anbieten. 1,50 Euro kostet eine Mahlzeit samt Getränk und Nachtisch. Das ist nach den Worten von Jürgen Janssen das preisgünstigste Angebot in der Wesermarsch.
Tatsächlich berechnet der Lieferant Ti-Menü-Service aus Stuhr (Kreis Diepholz) 2,50 bis 2,70 Euro pro Mahlzeit, wie der Geschäftsführer Christian Tiltscher sagt, der auch zu den Sponsoren gehört. Die Differenz bezahlt der Landkreis. Dennoch: Selbst 2,70 Euro sind günstig für ein Mittagessen mit Anspruch. Christian Tiltscher erklärt den Preis mit einer Mischkalkulation: Steak ist mit dem Entgelt nicht zu finanzieren, aber bei Milchreis bleibt noch ein ordentlicher Betrag übrig. Insgesamt gehe die Rechnung dann auf.
Zertifiziertes Essen
Tiltscher garantiert dafür, dass das Essen keine Konservierungsstoffe, keine Farbstoffe und auch keine Geschmacksverstärker enthält. Die Mahlzeiten sind von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zertifiziert. Einzige Ausnahme: Kochwurst und Pinkel zum Grünkohl sind ohne Konservierungsstoffe nicht zu haben.
Im Sommer zeichnete die Verbraucherzentrale Niedersachsen die Mensa im Zuge ihres Projekts „Schule auf Esskurs“ mit einem Stern aus (die NWZ berichtete). Im nächsten Jahr peilt die Schule einen weiteren Stern an.
Ti-Menü-Service stellt das Essen nicht selbst her, sondern bezieht es überwiegend von seinen beiden Hauptlieferanten Appetito in Rheine und Hofmann in Boxberg (Baden-Württemberg). Der Fisch, den es einmal pro Woche gibt, kommt aus Bremerhaven, und auch Obst und Gemüse liefert der Fruchthof aus der Seestadt zu.
Für andere Kinder offen
Jürgen Janssen betonte, dass ihm die gesunde Ernährung seiner Schüler am Herzen liegt. Dabei bezog er sich auf die Studie, die das Bundeslandwirtschaftsministerium am Dienstag vorgelegt hatte und in der steht, dass das Schulessen zu viel Fleisch und Fett enthalte; zudem biete es zu wenig Obst und Gemüse (die NWZ berichtete). Da seien die Schüler in der Oberschule deutlich besser dran. Zusätzlich erhalten auch die Fünft-, Sechst- und Siebtklässler noch eine Obstkiste.
Übrigens speisen derzeit auch nur diese Klassen in der Mensa, weil wegen des Lehrermangels – vier Stellen sind unbesetzt – nur sie Nachmittagsunterricht haben. Außerdem essen etwa 30 Hortkinder, 5 Grundschüler und bis zu 25 Kindergarten-Kinder täglich in der Mensa. Bestellungen sind bis 10 Uhr möglich.
So lange hat Traute Renken nicht Zeit. Sie bestellt die Gerichte am Montag, am Donnerstag werden sie geliefert. Das Essen ist vorgegart und dann schockgefroren – nach dem Kochen direkt vor dem Essen die zweitbeste Möglichkeit, wertvolle Inhaltsstoffe zu erhalten, wie Jürgen Janssen sagt. Derzeit werden die Mahlzeiten in Tiefkühlschränken aufbewahrt, aber schon jetzt hat die Schule die Zusage vom Landkreis, dass im nächsten ein Tiefkühlraum gebaut wird.
