Cloppenburg - Seit knapp einem Jahr ist das Mehrgenerationenhaus in Trägerschaft des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Cloppenburg an seinem neuen Standort an der Löninger Straße. „Mit dem Bezug des neuen Hauses ging auch eine neue Ausrichtung der Angebote und Gruppen einher. Der Umzug hat dem Standort Mehrgenerationenhaus (MGH) sehr gut getan. So rückten wir noch mehr in die Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger und konnten viele neue Besucher begrüßen“, heißt es im Jahresbericht des SkF, der jetzt veröffentlicht worden ist.

Insgesamt stieg die Zahl der Nutzer um 30 Prozent auf mehr als 10 000 Personen im Jahr 2016, im Jahr 2015 hatten noch 7000 Menschen die Angebote des Mehrgenerationenhauses – damals noch an der Wilke-Steding-Straße – genutzt. Rund 35 Ehrenamtliche wirken hier mit, um die Kinderbetreuung, das „Pampers-Café“ oder Deutschkurse zu organisieren. Denn auch der Zuzug von Flüchtlingen „verlangte von uns Flexibilität in unseren Angeboten, um konkrete, unbürokratische Unterstützung beim Ankommen und Einleben in Cloppenburg zu leisten“, heißt es im Jahresbericht weiter.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des SkF sind die „Frühen Hilfen“. Sie beginnen oft in der Schwangerschaft und setzen sich schwerpunktmäßig bis zu einem Kindesalter von drei Jahren fort. Das neueste Projekt ist „Babylotse ambulant in Frauenarztpraxen“, welches am 1. September an den Start ging. Für dieses Jahr wünscht sich der SkF viele teilnehmende Arztpraxen.

Insgesamt 30 Familienpatinnen arbeiteten im Jahr 2016 für den SkF, unterstützt wurden sie von vier Hauptamtlichen. Die Paten entlasten Familien mit Kleinkindern, unterstützen Alleinerziehende und helfen sehr jungen Eltern.

618 Frauen besuchten im vergangenen Jahr an vier Standorten die Schwangerschaftsberatung, 871 Termine wurden vergeben. Damit stieg die Zahl der Beratungen von 860 im Jahr 2014 und 846 Gesprächen 2015 wieder an. „Die am häufigsten angesprochenen Themen waren die finanzielle Situation der Klientinnen und Fragen zu sozialrechtlichen Ansprüchen. So konnten 2016 insgesamt 201 000 Euro aus kirchlichen und sonstigen Mitteln für werdende Mütter in Not- und Konfliktsituationen vermittelt werden“, heißt es im Bericht.

1163 Teilnehmer besuchten im Berichtsjahr 70 Veranstaltungen im Rahmen der Präventionsarbeit. Beratung und Unterstützung durch den Familienhebammendienst für Schwangere und Familien mit Säuglingen und Babys bis zum Ende des ersten Lebensjahres erfuhren im Jahr 2016 98 Familien. Darüber hinaus konnte das niedrigschwellige Angebot ausgebaut werden. So wurde etwa der Kursus „Schwangerschaft und Geburt in Deutschland“ für sieben geflüchtete Frauen organisiert, auch gab es Seminare zu den Themen Beikost und Babymassage, die eine Familienhebamme leitete.

2016 wurden 17 Familien im Rahmen der ambulanten Jugendhilfe betreut. Auch auf zwei Auszeichnungen durch den Landes-Caritasverband kann der Sozialdienst katholischer Frauen zurückblicken. Die Auszeichnung erhielt die Institution für das ehrenamtliche Engagement im sozialen Bereich. Eine Projektförderung im Sinne der Heinrich-Kalkhoff-Stiftung (Cloppenburg) konnten die Verantwortlichen für das Projekt „Integration von Flüchtlingen“ entgegen nehmen.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland