Tonangebend ist Alice Gerken-Klaas als Bürgermeisterin quasi per Amt. Am Donnerstag schlug sie gleich mehrere „schiefe“ Töne an – und das aus gutem Grund: Die Bürgermeisterin hat die Schirmherrschaft über die Aktion „Deine Taste – Unser Klavier“ übernommen, mit der Ulla Dunker, Rektorin der Verlässlichen Grundschule Heide, Geld für die Anschaffung eines Klaviers zusammenbekommen will. Die Idee zu der Aktion hatte Musiklehrer und Ratsherr Fred Molde, der sofort vom Förderverein der Grundschule Unterstützung bekam, wie Corinna Czech vom Vorstand des Vereins unterstrich. Das „Ausstellungsstück“ in der Grundschule, an dem neben der Bürgermeisterin auch Viertklässlerin Naila Platz nahm, hatte Klavierstimmer Manfred Harzmann zur Verfügung gestellt. Die Tasten werden Stück für Stück für 29 Euro verkauft. Wird die Klaviatur komplett abgesetzt, hat die Schule 2552 Euro für die Neuanschaffung zur
Verfügung. Der Tastenverkauf ist allerdings nur symbolisch, denn das Instrument soll möglichst komplett bleiben. „Irgendwas ist davon noch zu retten“, ist Harzmann zuversichtlich. Es sei sehr positiv, das dieses Projekt aus der Schule heraus wächst, konstatierte Alice Gerken-Klaas. Und wenn am Ende noch etwas Geld fehle, werde sich die Gemeinde über das Startkapital von 300 Euro hinaus sicherlich noch einmal beteiligen. Spenden nimmt der Förderverein auf dem Konto Nr. 205785900 bei der Raiffeisen-Volksbank Delmenhorst (BLZ 28067170) entgegen.
Kein Geld floss bei einer Aktion, zu der sich jetzt drei Ganderkeseer entschlossen: Weil auf einigen Steinen des Denkmals an der Mühlenstraße „nichts mehr zu erkennen“ war, verabredeten sich Werner Lüdeke, Werner Fleischer und Manfred Armbrust vor Ort zur ehrenamtlichen Arbeit: Gemeinsam reinigten sie die Steine, malten die Inschriften neu aus, erneuerten bröckelnden Putz, brachten schützende Materialien auf die Steine auf. Mehrere Tage Arbeit waren das, die Farbe hatte Malermeister Rainer Schwarting gestiftet. „Wir wollten die Namen sichtbar machen, damit sie nicht vergessen werden“, sagte Lüdeke. Der Orts- und Heimatverein Ganderkesee, der sich (ebenfalls ehrenamtlich) um das Denkmal kümmert, will demnächst zum Rasen-Mähen kommen.
Um ehrenamtliche Arbeit ging es am Mittwochabend auch beim Empfang zum 30-jährigen Bestehen der Grundschule Dürerstraße. Rektor Frank von der Aa dankte dort seinen Kolleginnen für deren „großes Engagement auch in der unterrichtsfreien Zeit“. Zugleich kündigte von der Aa, seit drei Monaten Vater des kleinen Johannes, an, dass er eine fünfmonatige Auszeit von der Schulleitung nehmen werde: Nach den Sommerferien und bis Weihnachten „will ich meinen Pflichten als Vater nachkommen und auf meinen Sohn aufpassen“.
Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas schenkte der Schule zum runden Geburtstag eine Zeichnung von der geplanten Turnhalle (ovales Bild). Dass der Empfang in einem Zirkuszelt stattfand, regte die Bürgermeisterin zu ungewöhnlichen Überlegungen an: Akrobaten, Jongleure, Zauberer, Dompteure oder Clowns gebe es ja auch im Alltag, meinte sie vergnügt. Da würden ihr als „Wortakrobaten“ einige Politiker einfallen, als „Zahlenjongleure“ einige Banker, als Zauberer die eigene Friseurin. Wer allerdings den Clown spiele, das wollte die Bürgermeisterin lieber doch für sich behalten.
