Wiefelstede - Was für Materialien braucht man eigentlich, wenn man eine kleine Rakete bauen will? Die Teilnehmer der Ferienpassaktion Forscher Experimente-Club hätten bestimmt nicht gedacht, dass sie dafür nur einen Teebeutel und ein Feuerzeug benötigen. Am Montag haben die jungen Entdecker im Jugendhaus in Wiefelstede gelernt, dass genau das möglich ist.

Angeleitet von Barbara Adrian von der Kreisvolkshochschule (KVHS), lernten zehn Kinder zwischen sechs und zehn Jahre spannende Experimente in den Bereichen Biologie, Chemie und Physik. „In den Ferien nehmen meistens Jungs an den Kursen teil“, sagte die KVHS-Dozentin. Woran das genau läge, könne sie sich auch nicht erklären. „Dabei können es Mädchen doch genauso gut.“ Und auch dieses Mal waren es ausschließlich Jungs, die an dem Club teilgenommen haben – und die hatten jede Menge Spaß.

Die meisten Begeisterungsrufe löste wohl die Teebeutel-Rakete aus. Barabara Adrian stellte dafür einen entsprechend gefalteten Beutel senkrecht auf und zündete diesen an. Zunächst brannte der Beutel langsam runter. Erst das letzte brennende Stück hob ab und schwebte quer durch den Raum. „Mit den billigen Beuteln geht es am besten“, sagte Adrian mit einem Schmunzeln, während die Teilnehmer ihre eigenen Raketen aufstellten.

Die Experimente sollten für Zuhause geeignet sein. „Wir machen hier keine exotischen Sachen“, sagte Adrian. „Die Kinder sollen die Experimente nachmachen können.“ Und so einfache Experimente wie Osmose gehörten auch dazu. Die Kinder streuten Salz auf halbe Kartoffeln, um zu sehen, wie es das Wasser aus ihnen zog. Und um zu lernen, wie gefährlich Salz sein kann.

„Wenn ein Kind fünf Esslöffel Salz auf einmal isst, kann es daran sterben“, erzählte Tielko. Der Achtjährige hat bei der Ferienpassaktion nicht nur jede Menge gelernt, sondern will beim zweiten Teil des Kurses auch dabei sein. So, wie der zehnjährige Justin. Das Kartoffelexperiment kannte er schon. Aber das liegt auch daran, dass er in seiner Freizeit gern experimentiert. Wenn es etwas mit Feuer ist, findet er es besonders spannend.

„Das ist aber immer eine Gratwanderung“, sagt Barbara Adrian. Wichtig sei es, den Kindern klar zu machen, wie gefährlich Experimente sein können. Gefährlich war der Abschluss des Tages aber nicht: Die Kinder haben eine Oboe aus Strohhalmen gebastelt.

Verena Sieling
Verena Sieling Redaktion Wildeshausen