Betrifft:
„Bei Erfindungen die Nase vorn haben“ (Neujahrsempfang der Stadt Cloppenburg – hier Festvortrag ,Bedeutung der Hochschule Vechta für die Wirtschaft der Region’ von der Präsidentin der Hochschule Vechta, Professor Dr. Marianne Assenmacher, NWZ vom 11. Januar)(. . .) Man sollte stets davon ausgehen, dass sich die meisten Anwesenden hinsichtlich der speziellen Thematik des Vortrages als Laien betrachten. Somit wird ein allgemein verständlicher Vortrag erwartet. Doch diese Erwartung wurde bitter enttäuscht. Frau Assenmacher zählte auf höherer Verständnisebene einfach nur auf, erklärte wenig und beließ die Zusammenhänge im Dunkeln. Dennoch wurden manche Binsenweisheiten nicht verschwiegen. Dass z.B. eine Hochschule nicht nur Steuermittel kostet, sondern auch einen Nutzen hat – eben weil sie überhaupt existiert – ist eine Selbstverständlichkeit.In der Rede fehlten historische Bezüge, die hätten erklären können, warum und wie die Strukturen der Hochschule Vechta gewachsen sind. Nicht zuletzt die Zukunft der Hochschule Vechta wäre in einer vertiefenden (. . .) Erörterung erwähnenswert gewesen.
Zukunftsperspektiven und Konzepte, die gesellschaftliche Entwicklungen betreffen, hätten einer anschaulichen Erklärung bedurft. Das z.B. wäre ein Argument für die Unentbehrlichkeit dieser Institution gewesen. Denn auch die Hochschule Vechta steht seit Jahren in der öffentlichen Kritik, und es bleibt weiterhin offen, ob der Standort überhaupt nachhaltig gesichert ist; darüber aber kein Wort.
Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese sollte seine Wahl der Redner nicht dahingehend eingrenzen, dass ausschließlich Titel, Fachkompetenz oder sogar das Parteibuch zählen, sondern auch im Vorfeld fordern, abklären und absichern, dass Sachverhalte und deren Zusammenhänge für die Gäste im Rathaus auch allgemein verständlich übermittelt werden.
Eine solche Erwartungshaltung des Bürgermeisters ist nicht zu erkennen gewesen. Seine Entscheidung ist – wie in den Jahren zuvor – mit den Ratsmitgliedern nicht abgesprochen gewesen. Viele Teilnehmer haben die Festrede einfach nicht verstanden. Es ist also kein Wunder, dass die Teilnahme am Neujahrsempfang stetig sinkt.
Dr. Hermann Bergmann49 661 Cloppenburg
