TETTENS - Er ist 1,07 Meter breit, 96 Zentimeter hoch und tief und im nächsten Frühjahr soll er Schleiereulen eine Wohnung bieten: Mädchen und Jungen der Tetta-von-Oldersum-Grundschule Tettens haben gemeinsam mit Gerd Christoffers im Werkunterricht auf Plattdeutsch einen Schleiereulen-Kasten gebaut.
Am Freitag luden die Kinder die Holzkiste gemeinsam mit Christoffers, Jürgen Habben und Schulleiterin Katrin Thiessen auf einen Handwagen und bugsierten sie in die Kirche. Dort erwartete sie schon Pastor Fritz Weber, der künftig Vermieter der Schleiereulen sein wird: Der Eulenkasten wird auf dem Kirchenboden direkt über dem Chor stehen und seltenen Schleiereulen samt ihrem Nachwuchs ein passendes Zuhause geben.
Jürgen Habben hatte die sonst unsichtbare Luke im Dachboden geöffnet und zog per Seilzug die Kiste in die Höhe, die nach und nach durch die Öffnung entschwebte.
Als Umweltschule hat bei uns die Auseinandersetzung mit der Natur einen besonderen Stellenwert, erklärt Katrin Thiessen.
Stellenwert Natur
Nicht nur, dass die Kinder im Schulgarten mithelfen und an den Bäumen im naturnah gestalteten Schulhof schon viele Nistkästen angebracht haben; die ganze Schule arbeitet auch daran mit, die Artenvielfalt in Tettens zu erhalten und wenn möglich zu erhöhen. Nur wenn Kinder die Natur kennen lernen, sind sie später auch in der Lage, sie zu bewahren und zu schützen, weiß Katrin Thiessen. Das besondere an dem Schleiereulen-Kasten ist, dass er mit einer Kamera ausgestattet wird: So können die Kinder am Monitor beobachten, wie die Schleiereulen leben.
Finanziert wird das Schleiereulen-Projekt durch die Bingo-Lotterie. Den Antrag dort hatte Gerd Christoffers eingereicht und zwar nicht nur für die Grundschule Tettens, sondern auch für Horumersiel, Hooksiel und Hohenkirchen. Auch dort baut er mit Kindern im Werkunterricht Schleiereulen-Kästen. Schirmherr der Aktion ist Pastor Fritz Weber. Es ist auch das Interesse der Kirche, die Schöpfung zu bewahren und erfahrbar zu machen, erklärt er. Er freut sich, dass er nun einem bestimmten Geschöpf, nämlich der Schleiereule, eine Mietwohnung in der Kirche bieten kann.
Als ornithologischer Berater ist zudem der Wangerländer Vogelschützer Volker K. Prueter mit im Boot. Denn ganz so einfach ist der Bau eines Eulenkastens nicht: Die Kiste hat zwei Abteilungen eine Diele, die direkt am Einflugloch im Ostgiebel der Kirche liegt und dahinter den eigentlichen Brutraum.
Flugloch im Ostgiebel
Wichtig zu wissen war für das Projekt zudem, dass Eulen ihre Bruthöhlen in der Regel von Südost anfliegen da passt das Fensterchen im Kirchengiebel perfekt.
Nun hoffen die Mädchen und Jungen wie auch Schulleiterin Thiessen, Pastor Weber und Gerd Christoffers, dass der Eulenkasten auch tatsächlich von Schleiereulen bezogen wird und sie am Übertragungsmonitor dann etwas zu sehen bekommen.
