Oldenburg/Garrel - Das Bühnenbild ist spartanisch: ein Tuch, hinter dem die Garreler Schülerinnen und Schüler des Stücks „Rotkäppchen“ immer wieder hervorlugen. Die Garreler haben am Freitag beim 2. „Plattdüütsche und Saterfreesche Schooltheaterdag“ im Forum des Graf-Anton-Günther-Gymnasiums in Oldenburg teilgenommen (die NWZ berichtete). Betreut wurden die Schüler der Plattdeutsch-AG dabei von Sandra Bohmann.
Auch die Grund- und Oberschule Friedrichsfehn (Ammerland) erzählte das Märchen „Rotkäppchen“ in Kurzform. Die Grundschule Apen (Ammerland) war mit einem Lied und Gedicht nach einer Idee von Ulrike de Vries vertreten, Dritt- und Viertklässler der Grundschule Golzwarden (Wesermarsch) zeigten eine Schulstunde, in der nicht alles wie geplant verläuft. Die „Litje Skoule Skäddel“ (Saterland) machte über „Käizekällen“ (Zahnschmerzen) ihre Scherze. Den Abschluss bildete die Theater-AG des Laurentius-Siemer-Gymnasiums (Saterland) mit Auszügen aus dem Stück „Momo“.
„Platt is cool“ steht groß auf dem offiziellen Programm der mehrstündigen Veranstaltung. Dieser kleine Ausflug in die Jugendsprache täte gar nicht Not, auch wenn Plattdeutsch und Englisch bekanntlich einander ähneln. Die etwa 100 Schülerinnen und Schüler der Region „ehemaliges Oldenburger Land“ sind mit viel Engagement bei der Sache.
Das können auch Zuschauer bezeugen, wie der Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters, Christian Firmbach, und Hans-Hinrich Kahrs, der Koordinator für alle Projekte der Landesschulbehörde ist, die darauf zielen, Niederdeutsch und Saterfriesisch wieder stärker an die Schulen zu bekommen.
Der Schultheatertag der Niedersächsischen Landesschulbehörde findet alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Plattdeutschen Lesewettbewerb statt.
„Ziel dieses Treffens ist es, die Freude der Kinder am Theaterspiel und an der niederdeutschen Sprache zu wecken und zu fördern“, sagt Andrea Cordes. Die Lehrerin der Grundschule Kirchhatten ist Beauftragte der Niedersächsischen Landesschulbehörde für die Region und ihre Sprachen im Unterricht und betreut mit Manfred Bödecker gemeinsam eine Plattdeutsch- und eine plattdeutsche Theater-AG.
Das Zusammentreffen der Schulen diene als Motivation für die Schüler, weiter Theater zu spielen, so Cordes. Zudem könnten sich die Lehr- und Honorarkräfte austauschen und sehen, wie weit sich die anderen Schulen im Plattdeutschen oder Saterfriesischen entwickelt haben.
