Sie möchte den Bewohnern der zerrütteten Stadt zeigen, dass sie ihre eigene Situation durch die Geschichte von „Romeo und Julia“ deutlicher begreifen können. Versöhnung nach dem Krieg inmitten der Trümmer und trotz aller tiefen Verletzungen und des grenzenlosen Hasses: Das ist ihr konzeptioneller Ansatz. Die Versöhnung der Familien Capulet und Montague in der Gruft über den Leichen von Romeo und Julia in dem Shakespeare-Stück soll wie ein Licht in die graue Stimmung hineinleuchten. Dieser idealistische Anspruch stößt auf großen Widerstand der jungen Schauspieler.

Zum anderen werden die Zuschauer in die grausame Welt der kriegerischen Auseinandersetzungen der unterschiedlichen, verhassten Völker auf dem Balkan der 90er Jahre geführt. Dieses Bild wird durch die jungen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe mit allen Höhen und Tiefen in beeindruckender Art und Weise dargestellt.

„Die Arbeit der vergangenen Monate hat sich gelohnt“, meinte Lehrer Norbert Lingnau, der für diese Inszenierung verantwortlich zeichnet. Die Jugendlichen haben in den vergangenen 15 Monaten nicht nur ihre Rollen gelernt und einstudiert, sondern mit der Unterstützung von Lehrer Jürgen Stelling auch für das Bühnenbild gesorgt. Auch zeigten weitere Schüler ihr Engagement bei der Erstellung der Kostüme, der Maske, der Plakat- und Programmheftgestaltung. Der neue Weg, dem Lingnau mit dieser Inszenierung folgte, hat sich nicht nur für die Schule, sondern auch für die Kulturszene in Cloppenburg gelohnt.