Thüle - Der Klassenraum gleicht einem Chemielabor. Auf den Tischen sind viele verschiedene Experimente aufgebaut und alle Schüler sind mit weißen Kitteln und Schutzbrillen ausgestattet. So sieht es aus, wenn an der katholischen Grundschule Mittelsten-Thüle der Chemietag stattfindet. Schon seit vielen Jahren kommt die Chemikerin Dr. Doris Plaggenborg an die Schule, um mit den 14 Viertklässlern mehrere Experimente durchzuführen.
Da die Chemie in der Grundschule nur vereinzelt im Sachunterricht behandelt wird, wissen viele Kinder mit der Naturwissenschaft nicht viel anzufangen, erklärt Schulleiterin Sabine Rolfes. Aus diesem Grund findet seit vielen Jahren der Chemietag statt, um Fachwissen zu vermitteln und Interesse zu wecken. „Es soll auch Spaß machen“, sagt Dr. Doris Plaggenborg. „Und die Kinder sollen lernen, sich selber zu schützen“, so Plaggenborg weiter. Die gebürtig aus Thüle stammende Chemikerin wird bei den Experimenten von Ulrike Kleymann unterstützt.
Zum Beispiel bei dem Experiment „Kerzen wie die Orgelpfeifen“. Bei dem Versuch werden unterschiedlich große Kerzen in einen Eimer gestellt, in dem sich Essig befindet. Als Doris Plaggenborg dann mehrere Natron-Tabletten in den Eimer gibt, erlöschen die Flammen der kleineren Kerzen, die größeren Kerzen brennen jedoch weiter. Aliyah und Luisa haben den Versuch ausprobiert und wissen, was bei der Reaktion im Eimer passiert: „Unten sammelt sich das Kohlstoffdioxid, oben bleibt aber der Sauerstoff“, erklären beide.
Kohlenstoffdioxid ist nämlich schwerer als Sauerstoff. Es verdrängt den Sauerstoff am Boden des Eimers und sorgt dafür, dass die Flammen der kleineren Kerzen erlöschen. In diesem Versuch lernen die Kinder, wie sie sich zu verhalten haben, sollte es zu einem Brand kommen, schildert Doris Plaggenborg. Man soll sich auf keinen Fall in Bodennähe fortbewegen, da sich dort kein Sauerstoff befindet.
In einem weiteren Versuch lernen die Viertklässler dann, womit Feuer am besten zu löschen ist. Es wird deutlich, dass Wasser und vor allem Sand geeignete Mittel sind. „Es geht in vielen Experimenten um Verbrennung und Sauerstoff“, sagt Doris Plaggenborg zur Versuchsauswahl.
Am Ende geht es noch nach draußen. Dort wird eine Rakete mit Vitamin-Brausetabletten als Treibstoff gebaut. In eine Ein-Liter-Flasche geben die Schüler die Tabletten und Wasser und verschließen sie. Es entsteht Kohlenstoffdioxid, das sich ausdehnt. Gespannt warten die Kinder, was gleich wohl passieren wird. Plötzlich springt der Verschluss ab und die Rakete steigt mehrere Meter in die Höhe.
