THüLE - Die Feuerwehr Markhausen war in der Grundschule Thüle zu Gast. Kinder proben für den Ernstfall.
Von Fritz Kreyenscmidt
In der Mathematikstunde der vierten Klasse der Thüler Grundschule waren erst zehn Minuten verstrichen, als durch permanentes Klingeln das Üben des Einmaleins unterbrochen wurde. Wenige Augenblicke später stand Schulleiterin Elsbeth Hömmken in der Tür und erklärte, dass es im Obergeschoss der Schule im Kartenraum brennt. Alle Schüler sollten Ruhe bewahren, unter der Leitung ihrer Lehrerin das Klassenzimmer in geordneter Gruppe verlassen und sich in einiger Entfernung vom Gebäude auf dem Schulgelände sammeln.
Die Feuerwehr Markhausen sei zwischenzeitlich von einer Kollegin informiert worden, hieß es. Schnell wurden noch die Schultaschen gegriffen und der Weg aus der brennenden Schule ins Freie angetreten. Klasse für Klasse verließen die Mädchen und Jungen sehr diszipliniert die Schule und sammelten sich weit genug von der Schule entfernt auf einem sicheren Platz. Die Lehrerinnen hatten größte Aufmerksamkeit darauf verwandt, dass alle Schüler ins Freie gelangten. Mit den wichtigsten Unterlagen unter dem Arm verließ Schulleiterin Elsbeth Hömmken als letzte das Gebäude. Kaum war sie draußen, bog die Freiwillige Feuerwehr Markhausen mit einem Tanklöschwagen unter Blaulicht und Martinshorn auf den Schulhof.
Jetzt wurde die Aufregung bei den Schülern immer größer und sie erwarteten einen Brandeinsatz life mitzuerleben. Erste Stimmen wurden laut: „Wo brennt es denn?“ „Ich kann kein Rauch und Feuer sehen!“. Gut gelaunt meinte Hendrik: “Hurra, die Schule brennt, wir kriegen bestimmt Ferien“. Doch daraus sollte nichts werden, nach einer kurzen Rücksprache der beiden Feuerwehrmänner Hermann Rosenbaum und Franz Tewes mit der Schulleiterin fuhren die Männer nicht zum Gebäude sondern zu den versammelten Schülern und erklärten: „Ihr habt euch bei dieser Brandübung hervorragend verhalten und alles richtig gemacht“.
Als Schulklassenbetreuer der Feuerwehr Markhausen erklärten sie den Schülern wie sie im Falle eines Brandes vorgegangen wären und läuteten, wie die Schulleiterin erklärte, für die dritten und vierten Klassen ein neue Unterrichtseinheit „Unsere Hilfs- und Rettungsdienste“ für die kommenden Wochen ein. Die beiden Feuerwehrmänner zeigten, nachdem das erste und zweite Schuljahr wieder in ihren Klassen zurückgekehrt war, ihre Ausrüstung und informierten über das richtige Brandschutzverhalten. Die Maßnahmen reichten vom Fensterschließen, damit kein Luftzug entsteht, der das Feuer anfacht, über Ruhe bewahren, bis hin zum Feuerwehrruf 112. Thema waren natürlich auch die vielen Aufgaben der Feuerwehr, die von der Brandbekämpfung über Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen bis hin zur Gefahrgutsicherung reicht.
Besonders interessant war der praktische Teil, sie konnten nicht nur Fahrzeug aus nächster Nähe in Augenschein nehmen, sondern auch das Gefühl erleben darin zu sitzen. Interessant war auch die Ausrüstung, die von feuerfeste Kleidung, Helmen, Stiefeln, riesig langen Schläuchen, Leitern und Äxten bis hin zu Atemschutzgeräten reichte. Fachlich und sachkundig beantworteten Rosenbaum und Tewes die vielen Fragen der sehr interessierten Schüler, die alles sehr genau wissen wollten. Die beiden für Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Experten freuen sich über das große Interesse an der Arbeit der Feuerwehr und die Kinder darüber, dass sie einmal im Feuerwehrauto fahren durften.
