Blexen - Idyllisch. Gemütlich. Nett. Am Christi Himmelfahrtstag ist das Familientreffen im kleinen, privaten Blexer Streichelzoo rund um das ruhig im Grünen zwischen Dorf und Industriepark gelegene „Dat lüttje Marmeladenhuus“ an der Straße Zur Alten Schanze längst kein Geheimtipp mehr. Grob geschätzt mehr als 700 Besucher zählten Michaela und Bodo Koch am Donnerstag.
Da die Ausrichtung eines solchen Festes natürlich unmöglich alleine zu schaffen ist, waren beide sehr froh, dass ihnen einmal mehr Familie und Freunde fleißig unter die Arme griffen. Zudem hatten – wie in den vergangenen zwei Jahren schon – Mitglieder des Bürgervereins, der Blexer Siedler und der Dorfgemeinschaft Stände aufgebaut oder betreut. Und die Feuerwehr lud zu spritzigen Wasserspielen ein. Kaffee und Kuchen, Bowle, Bier und Eis, Salate und Grillwurst – für das leibliche Wohl und jede Menge Spaß und Unterhaltung war also bestens besorgt. Dazu spielte Uwe Ostendorf auf dem Schifferklavier.
Während die älteren Gäste in Gartenstühlen und auf Festzeltgarnituren gemütlich Klönschnack hielten, tobten die Jüngsten auf einer Heuballenburg und beackerten die Farmwiese mit Kindertreckern und Bobbycars. Von ganz besonderem Interesse waren natürlich die Gehege mit dem Burenziegen-Pärchen, der Quessant-Schafherde, den zwei kleinen Shetland-Ponys und den Kaninchen sowie der Hühnerhof. Streicheln war nicht nur erlaubt – streicheln war auch erwünscht! „Der kleine Zoo ist immer wieder eine ganz tolle Sache für die Kinder. Besser als Elefantengucken im Jaderberger Zoo;“ befand der Bürgervereinsvorsitzende Ernst Böning.
Das Fest auf der Blexer Streichelfarm fand am Himmelfahrtstag zum inzwischen dritten Mal statt, und ist, so Michaela Koch, „aus Blexen wohl auch nicht mehr wegzudenken.“ Ausdrücklich nennt sie es ein Familien- und nicht ein Vatertagstreffen, „denn es soll ja nicht nur für die Väter sein, sondern für die ganze Familie.“ Und diese Idee hat ihren Hintergrund: Es sei vor drei Jahren beim Dorfgemeinschaftsboßeln gewesen, erzählte Michaela Koch. Die Männer der Siedlergemeinschaft unterhielten sich damals angeregt über die Planung einer reinen Vatertagstour in den Spreewald. Die beiden einzigen Frauen am Tisch fühlten sich ein wenig übergangen und schmiedeten deshalb spontan Gegenpläne: Ein Grillfest als Familien-Event und gleichzeitig ein Fest für alle Radler, die an diesem Tag in Blexen Halt machen.
Die Idee kam bestens an. Der Zuspruch stellte alle Erwartungen weit in den Schatten. Und er wächst von Jahr zu Jahr. Mit dem Zuspruch wächst natürlich auch die Arbeit. Für das Ehepaar Koch war dies ein Grund, die Gründung eines Vereins „Blexer Streichelzoo“ zu initiieren.
„Die Papiere liegen schon beim Notar,“ verriet Michaela Koch im Gespräch mit der NWZ.
