Ganderkesee - In der höchsten Prüfung beim Reitturnier des RV Ganderkesee folgte die Krönung für die Gastgeber: Im S*-Springen setzte sich mit Torsten Tönjes der Lokalmatador durch. Der Ganderkeseer behauptete sich am Sonntag auf seinem Schimmel Canberra im spannenden Stechen vor Tobias Meyer (RUFG Falkenberg/Polansky) und dem Ahlhorner Rolf Moormann, der auf Valeska startete. Alle drei blieben im Stechen fehlerfrei und lagen auch zeitlich ganz eng beieinander. In 33.43 Sekunden lag Tönjes nur ganz knapp vor Meyer (34.07) und Moormann (34.48). Insgesamt erreichten sechs Reiter das Stechen, in dem Tönjes mit Ludwig’s Lust (5.) noch ein weiteres Pferd platzierte.
Schon in den Prüfungen zuvor feierte der RV Ganderkesee viele gute Ergebnisse. Pia Schulte (2. Abteilung) und Sophie Engels (3. Abteilung) setzten sich in Dressurprüfungen der Klasse A* durch, in der 1. Abteilung trug Jessica Schmidt (RV Grüppenbühren) die Siegerschärpe davon. In einer Springprüfung Klasse L, 3. Abteilung, belegte Tabea-Marie Meiners auf Slibowitz und Luc M die Plätze eins und zwei. Jelte-Carina Timm wurde in der 1. Abteilung Zweite. Die 1. Abteilung im Stilspringen Klasse A* bescherte den Ganderkeseern einen weiteren Doppelsieg: Ronja Stempnewicz gewann vor Julia Marie Wragge. Auch im Dressurwettbewerb lag Stempnewicz auf Rang eins, Antonia Kuffner gewann den Pony-Dressurwettbewerb vor ihrer Vereinskollegin Amelie Schemionek.
Eine ganz starke Leistung zeigte auch Jenny Tönjes am Sonnabend im M*-Springen. In einem hochkarätigen Teilnehmerfeld belegte die 22-Jährige den vierten Platz. „Ich bin sehr zufrieden“, strahlte die Ganderkeseerin, nachdem sie ihr Pferd Armani im Parcours mehrfach abgeklatscht hatte. „Das Pferd ist meine Lebensversicherung. Armani hat mich gerettet, als er am dritten Hindernis noch einen kleinen Galoppsprung dazwischen gelegt hat“, bilanzierte Tönjes, bevor sie ihr Pferd bei den hochsommerlichen Temperaturen mit einem Apfel sowie einer Apfelschorle belohnte. „Die mag er besonders“, erklärte die Reiterin.
Nicht nur wegen des sportlichen Erfolgs der Ganderkeseer zeigte sich der Vereinsvorsitzende André Jonker mit dem Turnier sehr zufrieden. „Wir hatten eine fast 100-prozentige Starterfüllung“, berichtete Jonker. Obwohl der RV Ganderkesee in diesem Jahr drei Prüfungen weniger angeboten hatte, sei das Starterfeld nahezu gleich groß geblieben. „Das spricht natürlich für unser Turnier. Wir hätten uns aber gerne auf drei Tage beschränkt, denn ein vierter Turniertag bedeutet gleichzeitig mehr Arbeit.“
Neben Sandra Auffarth, die ihr Heimturnier dafür nutzte, um junge Nachwuchspferde vorzustellen, war mit Ulrich Kirchhoff noch ein weiterer prominenter Reiter am Start. Der Springreiter, der bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft die Goldmedaille gewann, startete am Sonntag in einer M**-Prüfung. Hier musste sich der gebürtige Lohner mit Platz zehn begnügen.
