TOSSENS - Die im Zuge des geografischen Wandel sinkenden Schülerzahlen und die immer geringere Akzeptanz der Hauptschule hat nicht nur in Niedersachsen zur Bildung neuer Schulformen wie die geplante Oberschule geführt. Dies erfuhren die Vertreter der Tossenser Zinzendorfschule bei der jährlichen Tagung der Schulleitungen der Brüder-Unität, die am Freitag in Tossens stattfand.
Die Brüder-Unität, eine evangelische Freikirche, die auch unter den Namen Herrnhuter Brüdergemeine bekannt ist, unterhält derzeit vier Schulstandorte mit Gymnasien, Grund-, Haupt, Real-, Berufs- und Behindertenschulen in Gnadau (Sachsen-Anhalt), Herrnhut (Sachen) Königsfeld (Baden-Württemberg) und Tossens sowie zwei Grundschulen in den Niederlanden.
Die Tagung, die vom Schulderzernenten der Bruder-Unität, Pfarrer Christoph Reichel aus Zeist (Niederlande), geleitet wurde, diente vornehmlich dem Erfahrungsaustausch. Dabei erfuhren die Gastgeber unter anderem, dass es zur Oberschule in Niedersachsen auch vergleichbare Entwicklungen mit der Werk-Realschule in Baden-Württemberg und der Mittelschule in Sachsen gibt.
Dem Trend zu einer stärkeren Berufsorientierung im Haupt- und Realschulzweig durch eine engere Zusammenarbeit mit den Berufsschulen war die Tossenser Zinzendorfschule vorausgeeilt. Sie kooperiert bereits seit geraumer Zeit mit den Berufsbildenden Schulen der Wesermarsch.
Während der Tagung wurde aber auch über pädagogische Konzepte und Lerninhalte diskutiert. Angeregt wurde, die Geschichte der Brüder-Unität in den Unterrichtsstoff mit aufzunehmen, damit die Schüler mehr über die Ziele der christlichen Organisation erfahren und sich so besser mit ihrer Schule identifizieren können, machte Christoph Reichel deutlich.
