TOSSENS - „Wir halten es für wichtig, dass alle Butjadinger Eltern vollständig über die Konsequenzen der beiden Alternativen für die künftige Grundschulstruktur in Butjadingen informiert werden. Eine rege Teilnahme vieler Eltern aus allen Orten an den Informationsabenden, damit sich eine Diskussion nicht nur auf die vermeintlich einzig betroffenen Orte Tossens, Eckwarden und Stollhamm beschränkt“, wünschen sich die Eltern der Kinder im Tossenser Kindergarten.
Sie setzten sich am Donnerstag unmittelbar nach der Informationsveranstaltung zusammen und verfassten eine Stellungnahme, die von 22 Familien unterzeichnet wurde.
Darin weisen die Eltern darauf hin, dass die Kombiklasse, in der Schüler der 1. und 2. Klasse und voraussichtlich später auch der 3. und 4. Klasse gemeinsam von einer Lehrkraft unterrichtet werden, in Stollhamm auch bei veränderten Schulbezirken kommen würde. Trotz der Einschulung der Tossenser und Eckwarder Kinder in Stollhamm würde nach Aussage von Joachim Wulf (Gemeindeverwaltung) nicht eine eigenständige Klasse 1 entstehen können.
Burhave würde geschwächt
Im Gegenzug würde sich bei einer Erweiterung des Schuleinzugsgebietes zugunsten von Stollhamm die Zahl der Einschüler in Burhave so stark verringern, dass es dort dann nur noch eine 1. Klasse mit circa 26/27 Schülern gäbe. Dagegen würde die Schule in Burhave bei Beibehaltung der Einzugsgebiete auch weiterhin zweizügig bleiben. Dort würden es zwei neue 1. Klassen mit je 16/17 Schülern geben. Bei Einschulung der Stollhammer Kinder in Burhave wären es dann 18/19 Kinder pro Klasse.
„Die Erweiterung des Stollhammer Einzugsgebiets auf Tossens und Eckwarden wäre keine Dauerlösung – vielmehr würden die Einzugsgebiete nach Auskunft von Joachim Wulff regelmäßig an die Erfordernisse angepasst! Damit wären auf lange Sicht nicht nur Eckwarden und Tossens betroffen, sondern später könnten auch Ruhwarden, Langwarden und Waddens dazugehören. Langfristig könnte diese regelmäßige Anpassung sogar dazu führen, dass selbst Grundschulkinder aus einer Familie in verschiedenen Orten beschult werden“, befürchten die Tossenser und Eckwarder Eltern.
„Wir Eltern der Kinder im Kindergarten Tossens favorisieren die Option einer zentralen, attraktiven und gesicherten Grundschule in Burhave, denn nur diese Lösung kann eine Zweizügigkeit bei kleinen Klassenstärken und ohne Kombiklassen auch auf längere Sicht sicherstellen. Zudem gäbe es bei einer größeren Schule auch mehr Lehrerstunden, eine größere Anzahl verschiedener Fachpädagogen und durch die bessere Lehrerversorgung nicht zuletzt auch eine wesentlich bessere Auffangmöglichkeit für Vertretungssituationen.
Wir wünschen uns eine zukunftsorientierte Schule für ganz Butjadingen, mit breitem Fächerangebot, Förderangeboten für schwächere Schüler oder auch Forderangeboten für leistungsstärkere Schüler bis hin zur optionalen Ganztagsbetreuung in der Grundschule. All dies ist aber aufgrund der fakten und vor allem angesichts ständig sinkender Schülerzahlen nur durch eine Zusammenlegung der Grundschulen Burhave und Stollhamm zu erreichen.
Interessen der Kinder
Wir erhoffen uns vom Gemeinderat eine Entscheidung, die den Interessen aller Kinder unserer Gemeinde Rechnung trägt. Bei allem Verständnis und Respekt für die Stollhammer Eltern und deren Wunsch nach Erhalt ihres Schulstandortes darf nicht vergessen werden, dass wir letztlich eine Gemeinde sind und unser aller Kinder von einem starken Schulstandort mehr profitieren als von zwei schwachen“, so die Stellungnahme der Eltern des Tossenser Kindergartens. Sie haben eine Diskussion auch im Internet eröffnet.
