TOSSENS - Grünkohl, Blumenkohlauflauf, Kidneybohneneintopf oder Chickenragout – der Speiseplan der „Großküche“, in der bis zu 130 Mittagessen zubereitet werden müssen, ist sehr vielfältig und abwechselungsreich. 25 Frauen und Männer, die ihren Dienst freiwillig und ehrenamtlich verrichten, sowie 16 Schüler das Wahlpflichtunterrichts Hauswirtschaft der 8. Klassen sorgen in der Tossenser Zinzendorfschule dafür, dass an drei Tagen in der Woche kein Schüler mit knurrendem Magen in den Nachmittagsunterricht gehen muss.

Die Kochgruppen in der Zinzendorfschule haben sich zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt, freut sich Initiatorin Stephanie Tönjes. Weil sie nicht mehr damit einverstanden war, dass sich ihr Sohn Tobias von „Pi-Pa-Po“ (Pizza-Pasta-Pommes) ernährte, regte sie im Sommer 2008 als damalige stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Schule ein Mittagsessen-Angebot an. Da traf es sich gut, dass Stephanie Tönjes nach den Sommerferien 2008 als Lehrerin für Mathematik und Deutsch an der Zinzendorfschule tätig wurde.

Mit acht bis zehn freiwilligen Köchen wurden am Anfang 35 bis 40 Essen zubereitet. Heute besteht das Team der freiwilligen Köche aus 25 Frauen und Männern, die abwechselnd in Sechser-Gruppen dienstags und mittwochs kochen. Am Donnerstag übernehmen 16 Schüler der 8. Klassen des Wahlpflichtkurses von Hauswirtschaftslehrerin Frauke Marzinzick den Küchendienst.

Bei den Frauen und Männer handelt es sich nicht nur um Eltern und Großeltern der Zinzendorfschüler. Auch einige „schulexterne“ Köchinnen und Köche konnten für den freiwilligen Dienst gewonnen werden. Weitere Interessierte sind stets willkommen. Natürlich erfüllen alle Helfer die vom Gesundheitsamt geforderten Voraussetzungen.

„Hauptkampftag“ in der Lehrküche der ehemaligen Tossenser Hauptschule, deren vier Herde 2009 dank der finanziellen Hilfe von Förderverein, Elternrat, Spendern und Sponsoren erneuert werden konnten, ist der Dienstag. Dann müssen bis zu 120 Mittagessen zubereitet werden, so dass auch die Plätze in den zwei Speisesälen nicht mehr ausreichen. Mittwochs sind es derzeit circa 90 und donnerstags 60 Essen.

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage erfolgte 2009 eine Neuorganisation des Küchendienstes. Während sich Stephanie Tönjes insbesondere um den Kontakt zur Schule und um den Verkauf der Essensmarken kümmert, ist Sabine Parohl als Küchen-Managerin für den Einkauf, für den Speiseplan und für die Organisation der Teams zuständig.

Zubereitet wird das meistens aus Salat, Hauptgericht und Dessert bestehende Menü vorrangig aus frischen Produkten. Neben der Kochkunst der Helfer ist dies ein weiterer Grund dafür, dass sich Schüler und Lehrer sehr positiv über das Mittagessen äußern.

Angeboten wird das Mittagessen den Schülern im Abo für 1,50 Euro, das Einzelgericht für 2 Euro. Die Lehrer zahlen 2,50 Euro beziehungsweise 4 Euro. Dieser geringe Preis sei nur möglich, weil auch die Zinzendorfschule einen Mittagsessenzuschuss vom Landkreis erhält, so Thomas Siemon, der in der Schulleitung für die wirtschaftliche Belange zuständig ist. Öffentlich anbieten darf die Zinzendorfschule ihr Mittagessen aber nicht, denn das wäre dann nicht mehr „umsatzsteuerunschädlich“.