Ganderkesee - Für mehr als 3000 Mädchen und Jungen an den Schulen in der Gemeinde Ganderkesee beginnt an diesem Donnerstag wieder der Schulalltag. 1098 besuchen die sechs Grundschulen. Größte Schule bleibt mit 1059 Schülern das Gymnasium. Zum neuen Schuljahr stehen die Schulen vor einer besonderen Herausforderung: die Betreuung und Integration von Flüchtlingskindern.
Acht weitere Flüchtlingskinder werden eingeschult – sechs an Grundschulen, zwei an Oberschulen. Zwei Erstklässler sind darunter, teilt Gemeindesprecher Hauke Gruhn auf NWZ -Anfrage mit. Zur Nationalität der Kinder äußerte er sich nicht. Die Zahl könnte sich aber mit jeder weiteren Zuweisung erhöhen.
„Die deutsche Sprache ist der Schlüssel zur deutschen Gesellschaft“, sagt Dörte Lohrenz, Rektorin der Grundschule Bookholzberg. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen setzt sie alles daran, dass sich die „Tür“ für Flüchtlingskinder so schnell wie möglich öffnet. Zusammen mit den anderen Grundschulrektoren im Ganderkeseer Schulverbund hat sich Lohrenz bei der Schulbehörde für die Einrichtung einer zusätzlichen Sprachlernklasse stark gemacht – bislang noch ohne Erfolg. Die zentrale Forderung: Die bisher gewährten Förderstunden dürfen durch die Einrichtung einer Sprachlernklasse nicht angetastet werden.
Sprachlich speziell gefördert werden die Flüchtlingskinder an den Grundschulen aber schon jetzt. „Unser großer Segen ist das Bildungs- und Teilhabegesetz“, meint Lohrenz, die im neuen Schuljahr von einem weiteren Flüchtlingskind an ihrer Schule ausgeht. Die Grundschule Bookholzberg kooperiert bei der Sprachförderung mit der regioVHS. Die Pädagogischen Mitarbeiter der Schule erhalten über die Bildungseinrichtung Zusatzverträge.
Auch an der Grundschule Dürerstraße in Ganderkesee leisten drei pädagogische Mitarbeiter den Sprachunterricht. Zwei Schulstunden täglich, fünfmal pro Woche, lernen dort Flüchtlingskinder in Kleingruppen Deutsch, wie Schulleiter Frank von der Aa berichtet. „Wir wollen schnell eine Basis schaffen, damit die Kinder am sozialen Leben teilnehmen können.“ Im Anschluss an den Sprachunterricht werde jedes Kind in der altersgemäßen Klassenstufe beschult. Das ist aus Sicht des Schulleiters nicht nur sinnvoll, um die Migranten mit Altersgenossen zusammenzubringen. „Man darf nicht vergessen, dass ältere Kinder ja oft mit guten Vorkenntnissen – etwa in Mathematik – zu uns kommen“, sagt von der Aa.
Ob die Grundschule Dürerstraße sechs albanische Flüchtlingskinder aufnimmt, die derzeit in der Turnhalle am Habbrügger Weg wohnen, sei noch nicht entschieden. „Um die Grundschule Dürerstraße zu entlasten, haben wir uns angeboten“, erklärt Rita Wieneke, Leiterin der Grundschule Lange Straße. Dort werden zur Zeit vier Kinder aus Syrien, Rumänien und Mazedonien beschult. Auch hier werde Sprachunterricht erteilt. Die Grundschulleiter sind sich einig, dass bei einem weiteren Anstieg der Flüchtlingszahl mehr geschultes Personal benötigt werde.

