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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Berufsleben: Unfallversicherung nicht immer zuständig

08.04.2017

Nürnberg Mal schnell vor der Arbeit mit dem Auto zum Bäcker – schon ist ein Unfall passiert. Weil der Zusammenstoß ja auf dem Arbeitsweg passiert ist, übernimmt die Kosten die gesetzliche Unfallversicherung, so die gängige Meinung. Allerdings gilt: „Gemäß Sozialgesetzbuch ist der Arbeitsweg die direkte Strecke von und zum Ort der versicherten Tätigkeit“, sagt Eberhard Ziegler von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Da es sich hier beim Umweg zum Bäcker nicht um den direkten Weg handelt, geht der Unfallschutz in diesem Fall verloren.

„Man darf jeden Weg nehmen, der dazu dient, zur Arbeit zu kommen“, erläutert Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht. „Was hier aber nicht erlaubt ist: private Dinge erledigen.“ Hierzu zählt zum Beispiel auch ein Einkauf im Supermarkt. „Wird privat für zu Hause eingekauft, ist man vom Moment des Verlassens des Arbeitsweges bis zu dem Moment, an dem man wieder auf den Arbeitsweg kommt, nicht versichert. Das gilt auch während der Zeit des Einkaufs.“

Auch ein Tankstopp kann zu Problemen führen. „Der Umweg zum Tanken und das Tanken selbst stehen nicht unter dem Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung“, sagt Constanze Würfel vom Deutschen Anwaltverein (DAV). Und auch wie lange der Versicherte seinen Arbeitsweg verlässt, spielt eine Rolle. Der Versicherungsschutz besteht erst wieder bei der Fortsetzung des Weges. „Jedenfalls dann, wenn die Unterbrechung nicht länger als zwei Stunden dauert.“

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Wobei es auch Ausnahmen gibt: Den Nachwuchs in den Kindergarten zu bringen oder auf dem Weg zur Arbeit Kollegen mitzunehmen und dafür die eigentliche Strecke zu verlassen, ist zulässig.

Was in der Regel nicht vom Versicherungsschutz erfasst wird, ist der Spaziergang in der Mittagspause. „Anders kann dies aber sein, wenn er der Wiederherstellung der Arbeitskraft dient und der Arbeitnehmer auf dem Gelände des Arbeitgebers keine entsprechende Möglichkeit dazu hat.“ Auch beim Mittagessen gibt es einige Kniffe. „Der Gang zum Essen ist versichert, die Nahrungsaufnahme selbst allerdings in der Regel nicht.“ Ein weiteres Beispiel: „Der Gang zu Toilette während der Arbeitszeit ist versichert, nicht aber die Verrichtung des Geschäfts“, sagt Bredereck.

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