Brake - Aufatmen bei den Braker Gymnasiasten: Die Streichung von Klassenfahrten ist von den Lehrerkollegien des Gymnasiums sowie der Berufsbildenden Schulen (BBS) Wesermarsch nicht geplant – zumindest vorerst. Allerdings herrscht auch an den Braker Schulen großer Unmut über die Pläne der rot-grünen Landesregierung. „Die Wertschätzung der Landesregierung hätte ich mir, angesichts von Lehrermangel und vielen Überstunden, die die Kollegen hier leisten, sicherlich anders vorgestellt“, sagt Arthur Post, BBS-Schulleiter.

Zur Erinnerung: Nach einem Kabinettsbeschluss sollen alle Gymnasiallehrer ab dem kommenden Jahr eine Stunde mehr in der Woche arbeiten – zudem soll eine zugesagte Altersermäßigung gestrichen werden. An einigen Schulen in Niedersachsen reagierten die Lehrer, indem sie freiwillige Leistungen aus Protest strichen – zum Beispiel Klassenfahrten.

„Wir wollen keine Extraleistungen streichen. Schließlich haben wir auch eine Verantwortung unseren Schülern gegenüber“, betont Post. An den Berufsbildenden Schulen unterrichten knapp fünf Prozent der Lehrer ausschließlich im gymnasialen Zweig; diese wären vom Umfang dieser Reformpläne betroffen.

Auch am Braker Gymnasium sieht man die Pläne der Landesregierung kritisch. „Unseren Unmut darüber tun wir auch kund“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Sylvia Warns. So hätten kürzlich rund 30 Kollegen an einer Demonstration in Hannover teilgenommen.

Pläne, den Protest in einen Ausfall von Klassenfahrten münden zu lassen, bestünden derzeit allerdings nicht. „Wir wissen, wie wichtig diese für unsere Schüler sind“, sagt Warns. Jedoch bleibe abzuwarten, wie sich die Situation in der nahen Zukunft entwickele; dann könne auch das Streichen freiwilliger Leistungen durch die Lehrer nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen werden.