Ganderkesee - Eltern sind besorgt, Kinder verunsichert, Lehrer um Aufklärung bemüht – und die Polizei ermittelt: Dass Anfang November in Ganderkesee zweimal Kinder aus einem Auto heraus von Unbekannten angesprochen worden sind, sorgt für Unruhe an den örtlichen Grundschulen und in vielen Familien.
Wie die Polizei bestätigte, ereignete sich der erste Fall am vergangenen Donnerstag, 1. November, gegen 16.30 Uhr im Bereich Lange Straße/Ring: Ein Neunjähriger aus dem Kinderhort Lummerland wurde auf dem Heimweg von zwei Männern angesprochen. Nach Angaben des Jungen fuhren sie vermutlich in einem blauen Audi. Am Montag, 5. November, passierte das Gleiche einer Sechsjährigen, als sie um 12.30 Uhr von der Grundschule Dürerstraße nach Hause radelte. Hier saßen die beiden Unbekannten in einem schwarzen Auto, einem Mittelklasse-Modell von der Größe eines VW-Golf.
Richtig verhalten
Was die Männer jeweils sagten, behält Polizeisprecherin Jennifer Koch für sich. Auf jeden Fall, lobt sie, hätten beide Kinder sich richtig verhalten, indem sie ihren Weg unbeirrt fortsetzten. Weitere aktuelle Fälle, so Koch, seien nicht bekannt.
Bereits vor den Sommerferien allerdings sollte ebenfalls an der Dürerstraße ein Kind zu einem Auto gelockt werden. Schulleiter Frank von der Aa hatte seinerzeit schon die Eltern informiert. Den jüngsten Fall meldete er erneut über die Elternvertreter weiter, ohne ihn zu dramatisieren: „Man sollte nicht unnötig Unruhe schüren“, betont er.
Auch Gespräche mit den Kindern seien eine Gratwanderung, denn sie dürften nicht verängstigt werden. Die Lehrerinnen, die mit ihren Klassen über die Fälle gesprochen hätten, stellten laut von der Aa aber fest, dass die Kinder gut informiert waren und selbstbewusst mit dem Thema umgingen.
„Keine Ängste schüren“
An der Grundschule Lange Straße hat die Schulleitung auf eine Unterrichtung der Eltern verzichtet – auf Anraten der Polizei, so die stellvertretende Schulleiterin Karen Manshusen. Ein Vater reagierte gegenüber der NWZ mit Unverständnis: „Ich will über so etwas informiert werden“, fordert er. „Es sollten keine Ängste geschürt werden“, hält Karen Manshusen dagegen. Mit den Schülern sei aber gesprochen worden und sie würden auch regelmäßig mit Verhaltensregeln vertraut gemacht: Warnwesten tragen, nicht bei Fremden ins Auto steigen, mit Freunden zur Schule gehen...
Dazu rät auch Polizei-Sprecherin Jennifer Koch. Zudem sollten Kinder, wenn sie von Unbekannten angesprochen werden, das Augenmerk anderer auf sich ziehen, etwa durch lautes Reden und entschlossenes Ansprechen von Passanten. Nach solchen Vorfällen müssten die Eltern ins Vertrauen gezogen und auch die Polizei alarmiert werden.
