Bösel - Eine bei Schülern, Lehrern und Eltern gleichermaßen beliebte Lehrerin ist an der St.-Martin-Grundschule in Bösel am Mittwoch in den Ruhestand verabschiedet worden: Wilma Kamps feierte nach 39 Jahren im Schuldienst ihren Abschied in der Aula der Grundschule.
Schulleiterin Rita Schorling würdigte das Engagement der Pädagogin: „Die Schule verliert spürbar an Substanz“, lobte Schorling den jahrzehntelangen Einsatz. Kamps könne als „Fels in der Brandung“, als „St.-Martin-Urgestein“ oder als „tragende Säule der Schulgemeinschaft“ bezeichnet werden, so Schorling. Das werde ihr aber nicht gerecht, diese Beschreibungen seien unbeweglich. Wilma Kamps habe sich aber immer bewegt, habe auf wohlbedachte Veränderungen zum Wohle der Schule hingewirkt. 1975, noch in Emstekerfeld wohnend, sei sie mit den Fächern Mathe, Deutsch und Geografie an die St.-Martin-Grundschule nach Bösel gekommen. In diesem Jahr habe sie auch ihren Mann Heinrich geheiratet, der eine große Stütze vor allem in den vergangenen Jahren gewesen sei.
Denn die Mutter zweier Kinder hatte ab 2011 die Leitung der Grundschule übernommen, nachdem die Schulleitung krankheitsbedingt ausgefallen war. Sie habe diesen Job wider Willen übernommen, ihn aber „mit Bravour“ gemeistert. Attribute wie fürsorglich, hilfsbereit, kollegial, abwägend, nachdenkend, stets dezent schrieb Schorling Kamps, die zuletzt als stellvertretende Konrektorin an der Schule beschäftigt war, zu.
Bürgermeister Hermann Block wollte seine Dankesworte zwar nicht reduziert wissen auf die Zeit als kommissarische Schulleiterin. Aber: „Sie haben das Schiff Schule in dieser Zeit über Wasser gehalten.“ Sie habe aber auch rechtzeitig den „Anker geworfen“ und gesagt, dass sie die Schulleitung nicht unendlich fortführen wolle.
Von der Plattdeutsch-Obfrau verabschiedeten sich ihre Schützlinge mit einem plattdeutschen Gedicht. Auch Irmgard Müller vom Personalrat richtete ihre Dankesworte auf Plattdeutsch an Wilma Kamps und lobte ihren Teamgeist: „Wir können uns noch gar nicht vorstellen, dass du nicht mehr da bist“, sagte Müller. „Ich auch nicht“, entgegnete Wilma Kamps.
„Willkommen im Club der Pensionäre“, sagte Hans Werner, langjähriger Schulleiter der Grundschule. „Weltmeisterlich“ sei, dass es eine Lehrkraft in Bösel auf so viele Dienstjahre gebracht habe.
In ihrer zurückhaltenden Art dankte Kamps für die vielen Worte, die „manches Mal ein wenig zu dick aufgetragen waren“. „Ich habe in all den Jahren nur meine Arbeit gemacht“ – und das immer gerne. „Ich habe bis heute an keinem einzigen Tag bereut, diesen Beruf gewählt zu haben.“
Die Chor-AG der ersten und zweiten Klasse sowie die der dritten und vierten Klasse brachten Ständchen, zudem wurde ein Sketch aufgeführt – natürlich auf Platt.
