VAREL - Die Stadt Varel wird die Gebühren für Kindergarten-, Krippen- und Hortplätze zum 1. August 2012 um monatlich zehn Euro und zum 1. August 2013 und 1. August 2014 um je 5 Euro anheben. Das hat der Sozialausschuss in seiner Sitzung am Mittwoch empfohlen.
Voran ging eine Aussprache zum Thema Kindergarten- und Krippenplätze. Für die Mehrheitsgruppe machten Dr. Susanne Engstler (CDU) und Sascha Biebricher (SPD) deutlich, dass sie den Ausbau des Kinderlandes Varel vorantreiben wollen und sich für die Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aussprechen.
Flexible Zeiten wichtig
Für den Wiedereinstieg von Frauen in den Beruf werden für die Kinder teils Halbtagsplätze, teils mit flexiblen Betreuungszeiten und teils Ganztagsplätze benötigt.
Kindergartenplätze seien ausreichend vorhanden, was fehlt, sind Ganztagsplätze. Heute haben wir 33 Ganztagsplätze auf 633 Kindergartenplätze. Noch dramatischer sieht die Situation bei den Ganztags-Krippenplätzen aus, sagte Susanne Engstler. Sie und Sascha Biebricher nahmen auch zu den Elternbeiträgen Stellung: Im Moment zahlt man für einen Vormittagsplatz fast soviel wie für einen Ganztagsplatz. Da ist ein Ungleichgewicht entstanden. Ferner ist eine dreiprozentige Tariferhöhung der Kindergärtnerinnen aufzufangen. Das sind Mehrkosten von etwa 130 000 Euro.
Um diese Mehrkosten aufzufangen und um das Ungleichgewicht zu beheben, sei zweierlei erforderlich: eine generelle Anhebung der Gebühren um zehn Euro in diesem Jahr und in den beiden Folgejahren um fünf Euro pro Monat. Die Erhöhung bei den Ganztagsplätzen solle allerdings gestreckt werden, schlug die Mehrheitsgruppe vor. CDU-Gruppensprecher Hergen Eilers erinnerte daran, dass die Stadt finanzielle Probleme hat.
Schiefe Finanzierung?
Ich kann nicht erkennen, dass die Stadt in wenigen Jahren einen ausgeglichenen Haushalt hat, sagte Eilers und warb um Verständnis, dass die Stadt die Gebühren erhöhen muss. Die Schaffung von Krippenplätzen, so wichtig sie sei, ist leider hier schief finanziert.
Die Kommunen gerieten in eine Schieflage. Was wir tun, ist haushaltspolitisch grenzwertig. Zuhörerinnen im Publikum wiesen darauf hin, dass es an Flexibilität mangele. So benötigten manche Eltern nur tageweise einen Ganztagsplatz, tageweise würden aber solche Plätze nicht angeboten. Vielleicht könnten sich mehrere Eltern einen Ganztagsplatz teilen.
Sozialarbeiter Rüdiger Drewes stellte Möglichkeiten für die Jugendzentren vor. Er skizzierte drei Möglichkeiten: Schließung des Jugendzentrums in Obenstrohe, um an einem Ort (Weberei) das Fachpersonal zu zentrieren; beide Jugendzentren schließen und die Sozialarbeit an den Schulen ansiedeln (wie in Zetel); Beibehaltung des Status quo mit zwei Zentren.
Vor der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Familien und Soziales besichtigten die Mitglieder den städtischen Kindergarten in der Peterstraße. Leiterin Ursula Woelke zeigte die Räume und ging auch auf die 55 Krippenplätze ein, die zur Verfügung stehen.
