Varel/Obenstrohe - Gestritten wird um die Schließung der Oberschule Obenstrohe – Leidtragende sind aber offenbar auch Schüler der Heinz-Neukäter-Schule in Varel. In der Sitzung des Schulausschusses des Landkreises Friesland am Dienstagnachmittag hatte die Leiterin der Heinz-Neukäter-Schule, Dr. Sandra Heidenreich, erklärt, dass ihre Schule als „Kollateralschaden“ in die ganze Diskussion hineingezogen werde.

Ein Vorschlag aus dem Arbeitskreis Schulentwicklung des Landkreises Friesland sah vor, am Standort der Oberschule Obenstrohe die Heinz-Neukäter-Schule einzurichten. Die Oberschule Obenstrohe sollte an die Arngaster Straße angegliedert werden.

Die Schule, eine Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung, werde als Schulform „totgeredet“, Schüler „bepöbelt“ und „diffamiert“, nach dem Motto „wegen euch wird unsere Schule geschlossen“. Auch in dem sozialen Netzwerk Facebook habe es üble Kommentare gegeben – bis hin zu Aussagen wie „Solche Schüler wollen wir in Obenstrohe nicht haben“. Die Beschimpfungen gingen demnach sowohl von Schülern als auch von Eltern aus.

„Ich bin sehr wütend darüber“, sagte Heidenreich in der Ausschusssitzung. Die Schüler ihrer Schule hätten bereits ihr Päckchen zu tragen, da seien solche Beschimpfungen kontraproduktiv. Dabei habe die Förderschule mit der ganzen Diskussion um eine mögliche Schließung der Oberschule Obenstrohe gar nichts zu tun.

Überrascht zeigte sich im Gespräch mit dem „Gemeinnützigen“ Marcus Dammann vom Elternrat der Oberschule Obenstrohe. Er hatte die Protestaktionen gegen die drohende Schulschließung maßgeblich organisiert und war auch in der Sitzung des Kreisschulausschusses dabei. Ihm seien keine solchen Vorfälle bekannt.

Er sei den Vorwürfen nachgegangen, habe dafür aber keine Bestätigung finden können. „Wenn wir davon etwas erfahren hätten, wären wir auch dagegen vorgegangen. Das geht gar nicht. Wir wollen schließlich, dass alle vernünftig miteinander umgehen“, sagte Dammann am Donnerstag.

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Christopher Hanraets