VAREL - VAREL - Die Entschlossenheit des Landkreises Friesland, auch künftig unter anderem über seine sozialen Dienste einem Schul-Absentismus (Schulschwänzen) entgegenzuwirken, hat der Erste Kreisrat Peter Wehnemann unterstrichen.

Die Ergebnisse eines jetzt ausgewerteten Modellprojekts des Landes gegen Schulschwänzen ließen eine solche Intervention besonders sinnvoll erscheinen, sagte Wehnemann gestern bei der Vorstellung der Projektergebnisse in der Haupt- und Realschule Arngaster Straße in Varel.

Der Kreisrat unterstrich zugleich das besondere sozial- und schulpolitische Engagement des Landkreises nicht zuletzt in dieser Frage. Es finde seinen Ausdruck auch in der Anwesenheit der Schulausschussvorsitzenden Renate Mögling und der stellvertretenen Vorsitzenden des Sozialausschusses, Anke Budde, „bei dieser Präsentation“.

Weiter nahmen an der Vorstellung unter anderen Vertreter zahlreicher Schulen aus Varel und dem Landkreis im Übrigen sowie des Landespräventionsrates teil. Das vom Landespräventionsrat koordinierte „Projekt gegen Schulschwänzen – ProgeSs“ unter Federführung des Niedersächsischen Kultusministeriums lief von 2002 bis 2004. Beteiligt waren 78 Experimentalschulen und 65 Kontrollschulen in den Städten Hannover, Delmenhorst, Osnabrück und im Landkreis Friesland. Für die wissenschaftliche Begleitung war Professor Dr. Peter Wetzels (Universität Hamburg) zuständig.

Die Maßnahmen des Projekts – Soziale Dienste und auch Polizei nahmen sich absentierter Schüler an; Eltern wurden gemäß Vereinbarung sofort benachrichtigt – wirkten positiv nicht zuletzt bezüglich des gefährlichen Zusammenhangs von Schulschwänzen und Jugendkriminalität. Wie Projektkoordinator Bernd Strauch, zugleich Bürgermeister und Ratsvorsitzender von Hannover, bei der Präsentation erläuterte, ergab sich etwa bei Ladendiebstahl ein deutlicher Rückgang.

Insgesamt ging das Schulschwänzen an allen vier Standorten zurück, in Friesland in der Gruppe unter fünf Tage von 15,9 auf 10,7 Prozent (Bundesdurchschnitt: rund 12 Prozent). Untersucht wurden Haupt-und Berufsschulen sowie Förderschulen.